Google Stadia angefasst

Vor kurzem ging bei mir die Stadia Founders Edition ein. Leider um einige Tage verspätet, aber pünktlich zwei Tage nach Launch hatte ich das Paket aus den Niederlanden vor Ort. Googles erster Versuch in den Spielemarkt zu kommen.

Als kleine Randnotiz möchte ich hier einmal die erstaunlich effiziente Verpackung anmerken. Aus viel mehr als einem Quadratmeter Pappe bestand die Umverpackung nicht. Clever gefaltet genau um die Box von der Stadia Founders Edition drum herum. Aber darum soll es ja nicht gehen.

Die Google Stadia Founders Edition. In der Produktbox abgebildet auf einem Schreibtisch liegend vor einer Microsoft Tastatur, die oben im Bild abgeschnitten dargestellt ist.
Der Controller der Founders Edition. Die Akzentfarbe ist ein helles Orange, dass bei anderer Lichttemperatur oft pinker wirkt als es ist.

Erst einmal sind in der Founders Edition ein Google Chromecast Ultra, 3 Monate Stadia Pro, natürlich der Controller und entsprechende Netzteile enthalten. Da Google empfiehlt für den Chromecast ein Ethernet-Anschluss bereitzustellen, hat das Netzteil entsprechende Möglichkeiten dazu. Leider werden die Chromecasts weiterhin mit MikroUSB angeschlossen, daher liegen in der Box ziemlich unnütz zwei verschiedene Netzteile drin. Vorhanden ist ein Chromecast-Netzteil und ein Standard USB A Netzteil. Immerhin wissen wir dass Google dank Benson Leung (dem USB-Kabeltester) mit den Kabeln und Netzteilen zumindest keinen Blödsinn macht. Beide Netzteile verweisen, auch wenn nur ganz dezent markiert, direkt auf Google und keine chinesischen Markennamen.

Das Stadia-Setup

Die Verbindung war eigentlich relativ einfach. Chromecast anschließen, diesen in der Google Home App einrichten, Google Stadia App herunterladen, diese öffnen. Danach mit dem zuvor erhaltenen Anmeldecode anmelden und Stadia Pro Abo abschließen.
Der Controller selbst kann in der Stadia App hinzugefügt werden und fragt euch wirklich nur nach eurem WLAN-Passwort, danach ist der Controller mit einem Tastencode den euer Chromecast anzeigt einsatzbereit.

Spieleauswahl

Jedes Spiel – auch die in Stadia enthaltenen – müssen erst einmal in der App aktiviert werden. Anschließend werden sie auch auf dem Chromecast angezeigt und sind spielbar.
Anders als viele Behaupten ist fast der gesamte Spielekatalog den Google bereits ankündigte vorhanden und kaufbar – da hilft auch Stadia Pro nur mit Rabatten, wenn auch mit ordentlichen Rabatten. Die einzigen beiden „Gratis“-Spiele die integriert sind Destiny 2 und Samurai Showdown.
Ich habe beide kurz angespielt und kann mit dem Inhalt dieser Spiele absolut nichts anfangen. Bei beiden fehlt jegliche Story-Bindung oder jeglicher Sinn hinter den Spieleraktionen gänzlich. Destiny 2 ist in meinen Augen sinnloses rumgeballere, und Samurai Showdown ist ein ausgeklügeltes Kampfspiel, das sicherlich seine Fans hat, mit dessen Spielkategorie ich aber nichts anfangen kann.
Da allerdings von Red Dead Redemption 2 bis hin zu Assassin’s Creed Odyssey und NBA-Spielen fast alles kaufbar – und spielbar – ist, soll das nicht allzu schwer wiegen.
Zum Testen habe ich mir also Tomb Raider geleistet, welches für Stadia Pro noch kurzzeitig für 10€ im Angebot ist. (Dass es sich hier um die Definitive Edition handelt sollte klar sein. Ich lasse ich das daher im Beitrag einfach komplett weg)

Ist das jetzt auch flüssig?

Im groben und ganzen kann ich sagen – ja, es läuft flüssig. In Destiny 2 habe ich ein paar mal Artefakte gesehen, stehen geblieben oder geruckelt hat bis jetzt nichts. Das einzige was ich erlebte sind Spieleserver die zur Stoßzeit offline sind. Also Load Balancing-Probleme der Spielehersteller, kein Problem von Stadia. Stadia hat sich korrekt verhalten und einen Videostream gezeigt der informierte dass die Server nun mal eben offline sind.

Zugeben muss ich allerdings, dass die Spiele jetzt nicht sonderlich Grafikaufwendig sind. Ich merke qualitativ einen ganz deutlichen Unterschied zwischen Tomb Raider in 1080p und Red Dead Redemption 2 in 2560x1080p auf dem PC laufend. Das mag aber auch an dem zeitlichen Unterschied liegen der zwischen der Entwicklung der Spiele liegt.
Der Chromecast versucht von Haus aus den Monitor mit HDR anzusteuern. Da mein Monitor das nicht kann, wirken die Farben im Chromecast extrem knallig und manchmal unrealistisch.
Ich habe kein Vergleich zu Tomb Raider auf dem PC oder irgendwelchen Konsolen, daher kann ich hier nur über Stadia berichten.

In Tomb Raider mag es auch ein paar Artefakte gegeben haben, da hier die Story den Spieleraktionen aber tatsächlich noch einen Sinn gibt fällt das auch nicht allzu stark auf.

Stadia für Google Chrome, also das Spielestreaming durch simples aufrufen von stadia.google.com funktionierte auf meiner Seite bisher noch nicht. Hier sind die Probleme hausgemacht, der Popupblocker von Google Chrome verhindert aktuell noch die Funktion der eigenen Seite.

Wird sich Stadia halten können?

In meinen Augen – ja, nicht wegen der Technik, sondern wegen des Vertriebsmodells. Stadia hat keine Art von Spieleabo wie PlayStation Now oder so, sondern versucht nur den Spielebesitz zu digitalisieren. Kauft man sich in Stadia ein Spiel ist es genau so teuer wie bei Steam, allerdings ist dann der Ausgang auch gleich. Du kannst dieses Spiel dann auch immer spielen, nur im Stadia Fall dann per Streaming ohne vorhergegangenen Download.
Das Gefühl ein Spiel zu besitzen dürfte also bei Stadia größer sein als bei den Spieleabo-Services, was glaube ich einen relativ großen Vorteil bringen wird, vorausgesetzt dass es Google immer möglich sein wird das Spielestreaming quer zu finanzieren. Früher oder später wäre auch per Spielestreaming wirklich der gesamte Kaufpreis in Stream-Bereitstellung geflossen.

Randnotizen

Gespielt wurde an einem LG IPS Monitor, 21:9, der Chromecast Ultra kann auch weiterhin nur die Standardauflösungen ansteuern, zeigt auf dem Monitor also schwarze Balken rechts und links des Bildes an. Das Kurzfazit in diesem Beitrag bezieht sich also rein auf 1080p Gamestreaming.
Dieser Monitor will und wird auch keinen TV darstellen, auch ist er nicht ausgelegt aufs Gaming, sondern wirklich ein klassischer, wenn auch sehr guter, Computermonitor.

Dies ist mein erster Kontakt mit Gamestreaming, vergleiche zu gemieteten AWS-Servern oder Angebote von Drittanbietern fehlen.

Gespielt wurde an einer 100 Mbit/s Leitung die über Vodafone Kabel läuft, zeitweise ist diese Leitung durch eine andere Person parallel in Verwendung gewesen, auch mit ausgelastetem Uplink eines anderen Gerätes habe ich bei Stadia keine Probleme feststellen können.

Verbesserungsmöglichkeiten

  • Gamestreaming in exotischen Auflösungen. WQHD, 21:9 und co. vom Chromecast ansteuern können. Dies ist für Gaming-Monitore gar nicht mal mehr so exotisch.
  • Controller der die WiFi Verbindung im Standby behält: Das verbinden des Controllers geht ausreichend schnell und wird durch Vibrationen mitgeteilt, wer allerdings sofort nach Einschalten versucht den Code einzutippen der dem Controller sagt welcher Monitor nun zu verwenden ist, der wird immer ein bis zwei Versuche brauchen. Ein WiFi Handshake benötigt nun mal eben einige Zeit.
  • Spielesynchronisationen und lokaler Cache. Teile der Map könnten beim Spielen auf dem PC tatsächlich auf der Platte oder gar im RAM gecached werden, ist die Internetleitung nicht schnell genug kann also die lokale GPU als Backup einspringen.
    Anders eben auch Spielesync: Wer auf Stadia ein Spiel besitzt sollte es sich zumindest auch auf den PC herunterladen und lokal spielen können.

In der Powershell mit Systemvariablen arbeiten

Ganz schneller Tipp in einem ganz kurzen Beitrag: Irgendwann kommt man nicht drum herum in seinen Powershell-Scripts irgendwann einmal Umgebungsvariablen zu brauchen. Es gibt etliche Wege dorthin zu kommen, aber am praktischsten ist dieser:

$env:UMGEBUNGSVARIABLE

Damit kann man in Scripts ohne gleich .NET Module laden zu müssen ganz einfach Umgebungsvariablen einbauen.
Das Praktische an $env – Es ist wie sonst auch als Pfad nutzbar.

Beispiele:

xcopy $env:LOCALAPPDATA\Packages\Microsoft.Windows.ContentDeliveryManager_cw5n1h2txyewy\LocalState\Assets .\spotlightassets\
 cd .\spotlightassets\
 ren . *.jpg

Das Script funktioniert eigentlich nicht mehr, die Windows Spotlight Assets werden jetzt scheinbar nicht mehr dort abgelegt. Ursprünglich kopierte das Script die jeweiligen „Windows Blickpunkt“ genannten Sperrbildschirm-Bilder leserlich in einen anderen Ordner.
Aber anhand dieses Beispiels sieht man dass die Variablen wie überall auch einfach in Pfade einbaubar sind, ohne große Umwege zu gehen.

Google möchte auch in Deutschland Bankkonten anbieten

Der Codename Cache bei Google deutet auf Ambitionen hin ein Bankkonto unter der Marke Google anzubieten. Ähnlich wie PayPal mit der MasterCard in den USA kann Google also auch hierzulande mit einer entsprechenden Girokarte kommen.

pixabay stevepb https://pixabay.com/de/photos/kreditkarte-master-card-visa-karte-1520400/

Dem Wallstreet Journal wurde erzählt dass Google ein entsprechendes Konto in Deutschland eröffnen möchte. Hiermit würde man dann vermutlich unter der Google Pay Marke nicht einfach nur Zahlungsdienstleister werden, sondern eben auch gleich im SEPA-System einsteigen und das Geld der Kunden verwalten.
Da viele der aktuellen Jugendlichen mit Google aufgewachsen sind könnte dies ganz gehörigen Gegenwind gegen bestehende Filialbanken und auch Direktbanken geben. Aufgrund der Datenbasis die Google bereits hat, ist es dem Internetriesen schon heute viel genauer möglich z.B. Kreditrahmen für Kunden zu berechnen als es Filial- und Direktbanken mit Eigeninformation und Schufa tun könnten.
Mit Projekten wie der SolarisBank ist es außerdem nichts schweres mehr grundlegendes Banking bereitzustellen und Zugang zum SEPA-System zu bekommen.

Inwiefern Google das Bankkonto ausstattet ist noch unklar, auch Gebühren sind noch nicht bekannt. Heise Online berichtet, dass man die Banklizenz von der Citibank nutzen wolle um als Dienstleister fungieren zu können.
Neben Google hat bereits auch Facebook die Ambition als Zahlungsdienstleister einzusteigen, dies zeigen schon die Bemühungen zur Facebook eigenen Libra-Währung.
Ausnahmsweise Apple ist hier schon zuvorgekommen und möchte die Goldman Sachs Apple-Karte demnächst ebenfalls in Deutschland anbieten (welche allerdings eine Kreditkarte mit Verfügungsrahmen und kein Debitkonto ist).

Mich würde es freuen wenn Google Kontomodelle ähnlich der Amex Silver und Gold Karten in Deuschland für mehr Kunden anbietet und z.B. Britische und Amerikanische Meilen-Kreditkartenmodelle mit etwas mehr Nachdruck in Deutschland einführen könnte.
In den Meldungen ging es allerdings primär um ein Debitkonto, also um ein Geld-Depot um den Großteil eurer Ersparnisse als Buchgeld zu verwahren, was dann letztendlich genau an die Aufgabe der Banken geht.
Um das Jahr 2015 herum gab es von Google bereits Kreditkarten in den USA, hier dann allerdings ausschließlich für Firmenkunden die AdWords genutzt haben.