Poloshirts

Jeder kennt ja sicher die Modephasen. Damit meine ich nicht die allgemeine Mode die gerade Trend ist, sondern die eigenen Phasen. Was man in welchem Lebensabschnitt eben trägt.

Bei mir gab es neben der üblichen „Schwarz“-Phase in der Pubertät danach eine kleine „bunt“-Phase, man könnte es auch „Scherz-Shirt-Phase“-nennen. Wenn es nicht die Scherz-Shirts mit dummen Sprüchen sind, dann sind es halt Bandshirts mit denen man seinen genau so schnell vergehenden Musikgeschmack zum Ausdruck bringen will.

Um aus der Scherzshirt-Phase rauszukommen musste ich mal was anderes raussuchen. Prompt überlegte ich wie „overdressed“ man sich erlauben könnte. Ein paar Versuche mit einem Mantel – der irgendwie nie zu Rucksäcken passt (und unterwegs beide Hände frei zu haben ist ein unschätzbarer Vorteil), kurze Überlegung ob man es sich wirklich erlauben kann mit Hemd und Sakko als Standard voll aus der Reihe zu tanzen und dann doch dagegen entschieden.
Heraus kamen – wie hätte es anders kommen können – Poloshirts!

Irgendein Artikelbild musste es ja sein. Lacoste ist die einzige Marke die ich „durchgespielt“ habe. Deshalb so viel…

Nun hatte ich über den Lauf der Pandemie und in den letzten Jahren doch so einige. Fangen wir mal ganz unverhohlen mit dem absolut unbrauchbaren an – damit sich auch ganz klar rausstellt dass mich hierfür keiner bezahlt:

  • Lidl: Deren Eigenmarken sind unbrauchbar. Ein Polo muss trotzdem sitzen und darf weder Tshirt mit Nackenmuskel-Auflage noch so steif wie ein Hemd sein, aber doch eher Hemd als Tshirt. Lidl und deren Eigenmarken (die ja doch alle in der gleichen Fabrik gemacht werden) sind nun mal eben genau das unpassende: Tshirts mit schwererer Auflage auf dem Nacken.
  • Superdry: Wer auch immer auf die Idee kam ein Sweatshirt zum Poloshirt zu machen. Eines was irgendwie nicht Sweatshirt ist, aber auch nicht Polo. Genau das ist Superdry. Der Stoff an sich passt nicht. Der Schnitt ist auch merkwürdig kurz und unproportional, aber prinzipiell ist der Stoff überhaupt nicht Polo.
  • Chiemsee: Der See stellt auch das absolute Ende dar. Silikonzeug statt Aufnäher und nach ein mal tragen kaputt. Da wäre Lidl schon besser.

So – jetzt versteht ihr dass hier niemand irgendwie Interesse hat mich für das hier zu bezahlen.
Fangen wir also mit dem Besseren an:

  • McNeal und Christian Berg: Das sind Peek & Cloppenburg Eigenmarken, McNeal günstiger und deshalb auch etwas minderwertiger als Christian Berg. Aber vernünftige Polos die man tragen kann.
  • Lacoste Outlet: Damit meine ich jetzt nicht direkt die Boutique-Ware die wegen Rabatt im Fenster hängt. Wer anfangen will kann auch mal in Outlets schauen oder Lacoste nach Tiefstpreis-Sortierung kaufen. Dann bekommt ihr die Outlet-Waren, die trotzdem von Lacoste gemacht werden, aber eben halt doch nicht das Original darstellen – der Preis muss ja irgendwo auch hergeholt werden. (Geheimtipps aus Erfahrung: „Lacoste Sport“ aber ohne wirklich Sportfunktionskleidung zu sein, ist immer die Billigware von Lacoste, aber brauchbar)

Kommen wir jetzt mal auf der qualitativen Schiene weiter. Jetzt ist uns der Preis zunehmend egaler.

  • Ragman: Wer preislich auf etwa gleichem Niveau mit Lacoste Outletware bleiben will, aber doch qualitativ besseres sehen möchte könnte mal bei Ragman nachsehen. Hut ab für die beste „Kragentechnik“ überhaupt. Das Ding musst du nicht bügeln, weder für Kragenstabilität noch für irgendwas anderes. Egal ob auf Kleiderbügel oder über Ständer getrocknet.
  • Engelbert Strauss: Das ist mein echter Geheimtipp. Das Deluxe-Poloshirt war und ist überraschend gut. Keine Schildchen und die Stoffe sind doch was besseres als Christian Berg, welche in meinen Augen qualitativ am dichtesten rankommen.
  • Lacoste Boutiqueware: Ja, genau. Die Boutiquen die es von Lacoste gibt. Keine Outlets, auch nicht das was als „Vorserie“ in eben jenen Outlets verkauft wird. Alternativ auch der Onlineshop von Lacoste selbst. Hier bitte darauf achten dass ihr von Lacoste kauft. Ich habe die Vermutung dass Lacoste für andere Shops auch andere Ware produzieren lässt, die genau so aussieht, aber qualitativ schlechter ist. Hier hilft es dann auch nicht über MyDealz oder andere Affiliate-Blog-Zeugs-Geschichten zu gehen. Geht in die Boutique und schaut es euch mal an. Das ist was anderes als ein Kleiderladen, das verspreche ich euch.

Jetzt ist uns der Preis komplett egal. Hauptsache Qualität, die muss passen.

  • Anfertigungen von Lacoste: Also die Personalisierten Polos aus dem Onlineshop von Lacoste. Die werden definitiv in Frankreich gefertigt und deren Piquee-Stoff ist doch noch mal was anderes als Boutiqueware.
  • Polo Ralph Lauren: Hier ein bisschen aufpassen. Ich glaube dass Lauren in allen Bereichen mit gleichem Namen mitspielt, deren „Normalbepreiste“ Polos (und normal ist in der Klasse gut 80-100€) – sind qualitativ doch besser als Lacoste L12.12er Originale.
  • Emporio Armani: auch hier aufpassen. Armani hat viele Marken. So ist EA7 und Armani Exchange eher das was bei Lacoste die Outletware wäre. Auch würde EA7 und Armani Exchange als Logo auf der Kleidung schon offen ausdrücken dass man sich halt kein original Armani leisten konnte. Qualitativ auf einer Ebene mit Lauren.

Ihr merkt vielleicht dass es doch sehr proportional nach höherer Preis gleich bessere Qualität geht. Das wird überall so sein. Daher hole ich im Abschluss beim Too long… part noch mal eine Liste mit Geheimtipps nach.

Wovon ich nicht reden kann

  • Lacoste Designerware: Die Kollaborationen mit anderen Modelabels oder Designern. Polaroid kürzlich und alles was da halt so läuft.
  • Mehr Luxusmarken wie Off-white und so. Das braucht man dann doch wiederum nicht. Auch nach Oben gibt es irgendwelche Grenzen und die Luxusmarken sind alleine wegen ihrem Zweck schon über dieser Grenze.

Too long, didn’t read

Poloshirts, von brauchbar bis richtig gut aufsteigend:

  • Christian Berg
  • Engelbert Strauss Deluxe Polo (<- Geheimtipp – ja wirklich nicht von Strauss gesponsert, Ehrenwort)
  • Ragman
  • Lacoste (Boutique)
  • Ralph Lauren / Emporio Armani