Eine Windows 10 Enterprise ISO „herunterladen“

Paketierung von Windows Installern macht einiges relativ einfach. Viele Firmen und Personen die ich bereits sah machen vieles bzgl. der Windows Installation noch mit USB-Stick oder mit ISO-file dass sie lokal auf den Rechner ziehen. Zudem macht Microsoft sich mit den Enterprise-Downloads relativ rar. Ja, es gibt ein Enterprise zum herunterladen, das ist allerdings eine Demo, die auch eine Demo bleibt wenn sie eigentlich in Domänennetzen mit KMS-Installation unterwegs ist. Hier tappt also jeder unbedarfte (teilweise auch ITler) eben in die Falle und installiert eine Demo im Glauben es sei gar keine – weil es ja KMS gibt.

Wenn z.B. die Vorgabe „Clients alle Windows Enterprise“ eingehalten werden muss gibt es allerdings DISM – auch wenn man jetzt nicht gleich eine PXE-Boot Umgebung aufbaut lohnt sich dann doch ein Blick in DISM rein, weil es dann z.B. auch die manuelle Installation deutlich vereinfacht. Gerade wenn PXE-boot demokratisch im Unternehmen unmöglich ist, spart DISM mindestens einige Stunden ein.
Das Vorgehen ist ganz einfach und völlig unabhängig davon welche Edition von Windows 10 nun vorinstalliert war.
Wie überall, erst mal die OOBE durchklicken (die out of the box experience – der Erststart mit den ganzen Berechtigungsfreigaben für Windows-Dienste) und während dann die Paketverwaltung an der Installation von Software arbeitet:

dism /online /Set-Edition:Enterprise /productkey:NPPR9-FWDCX-D2C8J-H872K-2YT43

(der Key hier kommt von den öffentlichen KMS-Setup Keys. Stark vereinfacht tut der nicht viel mehr als dem Rechner zu befehligen dass er doch wohl nach einem KMS-Server suchen müsste und diesen höflich darum bitten sollte den Rechner entsprechend in die Volume License zu packen)

Statt ISO „drüberbügeln“ in ein paar Minuten fertig. Das gleiche geht auch per GUI übers Aktivierungsmenü in den Einstellungen ([Win]+[I]), aber dort ist einerseits der KMS-Setup key nicht hineinkopierbar und die Powershell ist in der Regel schneller.
Die einzige Voraussetzung hier: Der LAN- oder WLAN-Anschluss muss ein Domänen-Netz ausspucken, auch wenn hinterher noch ein Neustart notwendig ist.

So, jetzt aber zum reißerischen Titel, den ich ehrlich gesagt nur wegen SEO so genannt habe:
Das gleiche lässt sich auch mit Windows Images machen. Sprich: man kann mit DISM ebenfalls ISO-Images so anpassen, dass aus egal welcher ISO-Edition ein Enterprise ISO wird. Nicht die Evaluation, sondern eine ISO die sonst auch hätte über das VLSC heruntergeladen werden können.
Erst einmal muss man an irgendeine ISO kommen und am besten geht das übers Media Creation Tool.
Habt ihr die bekommen einmal im Archivprogramm öffnen und die .\sources\install.wim „extrahieren“ (wobei extrahieren hier das falsche Wort ist, das ist mehr eine Kopie – aber das ist nebensächlich).

Danach: – ich bleibe hier der Einfachheit im Ordner C:\wimfile als mount und C:\temp als Arbeitsverzeichnis:
Dism /Mount-Image /ImageFile:C:\temp\install.wim /MountDir:C:\wimfile
Dism /Image:C:\wimfile /Set-Edition:Enterprise
Dism /Unmount-Image /MountDir:C:\wimfile /Commit

(Es gibt noch viel mehr DISM Optionen, ich halte das aber hier kurz und zweckgebunden)

Danach ist eure C:\temp\install.wim eine Enterprise-Datei und sobald ihr innerhalb der ISO die install.wim wechselt oder eine neue ISO bastelt gibt es dort einen vollwertigen Enterprise-Installer.

Warum Microsoft die „echte“ Enterprise ISO so rar macht und dann aber mit DISM genau das anbietet entzieht sich meiner Kenntnis. Ich hatte damals über den Feedback-Hub (darauf hört Microsoft tatsächlich) schon mal vorgeschlagen dass man die VLSC-ISO doch mal öffentlich zur Verfügung stellen könne – Lizenzierung ist ja schließlich was anderes als simple Installation. Aber wie so häufig verschwindet das im Microsoft-Universum mehr oder weniger gelesen. – Aber in der Regel könnt ihr euch mit DISM das jonglieren von USB-Sticks oder ISO-Dateien einfach sparen und so kommt ihr gar nicht erst in Versuchung eine SSD unnötig mit Schreibzyklen zu befeuern.