Google Home und die Werbe-Erinnerung für Disney

Die Tage erhielten Nutzer der Google Home Mikrofonwanzen in Assistent-Form aus eben jenen Werbung für den Disney-Film „Die Schöne und das Biest“.

Damit sind wir weiter einen Schritt in Richtung Orwells Teleschirm, der in seinem 1984-Buch natürlich auch Werbepropaganda fleißig an die Haushalte verteilte.
Ganz so drastisch sei es aber nicht, so Google. Es handle hier sich um eine personalisierte Empfehlung für die Nutzer der Assistenten – dies könne man nicht als Werbung ansehen, da es ja auf vielen weiteren Variablen, wie die Uhrzeit oder die Interessen der Nutzer abzielt.
Genau das ist allerdings die Hauptsache für Werbebotschaften. Werbung muss im passenden Zeitraum abgespielt werden und die Wanzen von Google erkennen aufgrund der Geräusche so oder so die Anwesenheit des Nutzers. Alternativ würde das Smartphone ja eh den Standort und das passende WLAN-Netz als verbunden melden.

Bleibt abzuwarten bis die Lautsprecher laufende Gespräche stören, weil ein falscher Fakt gefallen ist.
Interessante neue Welt, besonders wie sie sich schleichend dann doch immer näher den eigentlich fiktiven Geschichten aus dem bereits 1948 geschriebenen Buch von Orwell anbahnt. Es aber weil der User ja interesse daran hat nicht in Zusammenhang gebracht werden könne.

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Facebook ruft nun alles aus Whatsapp ab

2014 kaufte Facebook WhatsApp für eine riesige Menge Geld, da Facebook so langsam die Nutzerbasis flöten geht und damit die Datenbasis und die Verdienstmöglichkeiten immer geringer werden.

pixabay - whatsapp

Die Absicht war ganz klar: Facebook braucht Daten, diese können sie am besten verarbeiten wenn es sich um private Kommunikation handelt. Man achtet also auf Privatsphäre, das wurde schon 2014 gesagt, nun aber gab es eine Anpassung der Geschäftsbedingungen.
Diese erlaubt das freie Tauschen aller möglichen Daten mit Facebook, ganz gleich ob ihr einen Facebook-Account habt oder nicht. Der Sinn dahinter: Facebook möchte euch über Anzeigen Sachen andrehen, damit Facebook  mit der Verkaufsprovision dieser Sachen noch mehr Geld verdient. Dazu gibt es Werbung und gesponserte Nachrichten (in Facebook). Zusätzlich zu den Websites auf denen die Facebook-Like-Buttons eingebunden sind kommt also nun auch eine Keyword-Suche unter all euren privaten Nachrichten in WhatsApp mit in die große Werbedaten-Trommel. Kleine Feinheit: Eine Keyword-Suche in euren Chats ist nach Facebook-Logik anscheinend noch keine „Übertragung der Chatverläufe“ – vermutlich sieht Facebook das lokale filtern der Nachrichten und die Übertragung einiger dieser Nachrichten als „Fair Use“ an, was in den USA ja Gang und Gebe ist.

Fragt ihr euer Herzblatt also ob ihr euch mit Pizzen vollstopfen wollt, kann es passieren dass Facebook auf einmal voller Werbung für Lieferdienste ist. Redet ihr über die letzte Shoppingtour, dann ist es halt Zalando…

Mehr oder weniger Sinnvoll, aber es gibt einen angeblichen Opt-Out. Diesen wird man in den nächsten Versionen von Whatsapp unter „Einstellungen“->“Konto“ finden. Dieser heißt dann „Teile meine Account-Daten“ und zieht bei Deaktivierung eine große Funes’sche „Nein, Doch, Oh“-Meldung hinter sich her.

Immerhin soll Whatsapp ohne Bannerwerbung bleiben, allerdings sind Chats in denen Unternehmen euch mit personalisiertem Text- Bild- und Video-Spam zudröhnen können bereits in Planung.

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Niemand schaut auf Google-Werbung

Einer SEHR kleinen Studie betreffend der Google-Werbung zufolge überspringen die meisten Nutzer bei Google einfach die ersten beiden Möchtegern-Suchtreffer, die letztendlich nur eine der aktuell teuersten Werbeplatierungen der Welt darstellen.

Nach der Auswertung von ganzen 30 Eyetracking-Aufzeichnungen sieht die Heatmap so aus:

Google-Werbung Eyetracking
Mich wundert es nicht, ich mache es bewusst genau so. Die Hilfen dafür sind die „Anzeige“ Schaltflächen die Google so auffällig machen muss um zumindest dem deutschen Telemediengesetz zu entsprechen. Würden diese anders und unauffälliger aussehen wäre meine Taktik nicht mehr ganz so gut, allerdings hätte dann Google haufenweise Datenschützer am Kragen die eben jene Kennzeichungen wieder erfolgreich zurückklagen könnten.

Vor zwei Monaten entfernte Google die seitlichen Anzeigen auf den Suchseiten, mit dem Kommentar dass vielen Nutzern überhaupt gar nicht bewusst wäre dass dort überhaupt noch irgendwas ist. Das gleiche passiert so langsam also auch mit der Werbung über den Suchtreffern.

Interessant ist auch, dass die Google-Gründer durch die Bank weg vollständig gegen Werbung waren, bis ihnen jemand vorrechnete wie viel Profit in Werbung stecken würde. Danach stiegen die Gründer großflächig auf Werbung um und wie man an den jährlichen Zahlen von Google sieht auch erfolgreich. Die Meinung der Gründer, Werbung inmitten der Suchtreffer würde den Wettbewerb zerstören ist anscheinend dadurch vollkommen ausgelöscht worden.

Ich finde Google sollte die Anzeigen zumindest auch vom Text anders als die Suchtreffer machen. Oft sehen die finanzierten Links den ersten Suchtreffern sehr ähnlich, haben durch die obligatorische Kennzeichnung aber den gewissen Touch anders als Werbetreffer zu sein, weswegen einige diese Anzeigen vielleicht völlig autonom umgehen. Google könnte mit den Werbetreffern ein wenig weiter gehen. Über die E-Mails der jeweiligen Nutzer ist schließlich bekannt welche Gegenstände gekauft wurden und das Interessensprofil bei Google ist auch nicht von schlechten Eltern. Anstelle Shops z.B. für Schuhe anzuwerben könnte Google etwas weiter vorausschauen und mit dem Gegenstand werben den der Suchende höchstwahrscheinlich bald kaufen wird. Google macht mit der Produktsuche nichts anderes, diese ist bereits standardmäßig nach Nutzerpräferenz sortiert, auch gibt es Produktsuchen-Widgets bereits in der Websuche. Hier könnte Google das bisherige Design der Textanzeigen nehmen und anstelle eines Shops einen Artikel verlinken der mit einem treffenden Artikelbild dann auch gleich visualisiert wird. Damit würde man dank des Artikelbilds sogar den Vorschriften des Telemediengesetzes folge leisten.

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Brave Browser bekommt Gegenwind von Werbebranche

Am ersten April verkündete der Brave Browser, einst unter Link Bubble für Android zu finden, dass man ein Werbesystem entwickelt, dass die Nutzer an den Gewinnen dadurch beteiligt. So ist es möglich dass der Browser Werbung mit eigener Werbung ersetzt an dem dann sowohl Brave als auch der Nutzer mitverdient.

Brave Browser ad revenue share

Nun gibt es Gegenwind von Seiten der Websitebetreiber. Eine ganze Gruppe von Nachrichtenseiten u.A. mit NY-Times und Washington Post wendete sich in einer eher nach Anklage klingenden Brief an Brave und bezeichneten das Vorgehen als Diebstahl eigener Websiteinhalte.
Trotzdem vertritt der Hersteller weiterhin seinen Standpunkt und argumentiert mit deutlich höherem Interesse an eben dieser Werbung und damit auch höherem Profit für den Publisher selbst, da einfach mehr Leute auch über diese Anzeigen klicken würden.

Brave ist allerdings nicht der erste der über ein solches System nachdenkt, für Facebook-Werbung gibt es bereits eine ähnliche Idee, die Werbung im Sozialen Netzwerk mit Catcontent ersetzt.

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Facebook will WhatsApp durch Unternehmenskommunikation refinanzieren

Der Markt der Messenger ist ein schwerer. Gerade wenn es darum geht diese für die Firma zu refinanzieren. Entweder geht man hier also den Weg von Threema und bietet die App selbst kostenpflichtig an, oder man geht den alten Weg von Whatsapp mit einem Abomodell.

https://www.flickr.com/photos/microsiervos/15137651306
Flickr – User: microsiervos – WhatsApp / iOS

Da Facebook nun blöderweise WhatsApp zu einem recht teuren Einkaufspreis gekauft hat und das Geschäftsmodell von Facebook eben anders aussieht versucht Zuckerberg nun den Messenger irgendwie zu refinanzieren. Das ist allerdings schwieriger als bei Instagram und co. Facebook wirbt im eigenen System mit verfälschten Timelines und untergejubelten finanzierten Werbebeiträgen. Dieses gleiche System lässt sich allerdings nicht 1:1 auf WhatsApp übertragen, da Nutzer nun mal eben wissen, von wem sie überhaupt Nachrichten bekommen könnten.

Deshalb will Zuckerberg zusätzlich zum bestehenden Abomodell WhatsApp mit Unternehmenskanälen, die Werbung direkt an die Endnutzer senden refinanzieren. Noch ist nicht ganz klar wie diese Funktion integriert werden soll, aber vorstellbar ist eine Integration wie in Instagram. Dort kann man bei Bedarf Werbeunternehmen „folgen“ und alles ungebetene an finanzierter Werbung ist in einem eigenen, separaten Menü namens „interessante Beiträge“ oder „Vorschläge“.

“The long-term bet is that by enabling people to have good organic interactions with businesses, that will end up being a massive multiplier on the value of the monetization down the road.” (Mark Zuckerberg)

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