Modern Keyboard: Fingerprint da wo er sein sollte

Mit dem Modern Keyboard hat Microsoft die Sensorik für den Fingerprint dahin gebracht wo er sein sollte. In einer Taste.
Vorbei sind die ganzen Laptops mit dem „Drüberwisch-Schlitz“ – Microsoft sagt nun wo es hingeht.
Ein kurzer Test.

Das Modern Keyboard von Microsoft. Hier mit der Modern Mouse und dem Surface-Stift dargestellt. Bildquelle: Microsoft Store

Letztendlich ist das Modern Keyboard nichts anderes als das Surface Keyboard in Variante Premium. Auch vom Preis. 140€ ist ein sehr stolzer Preis und eher auf Ebene Apple als auf Ebene Microsoft-Zubehör. Da das Modern Keyboard die Antwort auf Apples Magic Keyboard ist, kann man diese Preisgebung aber auch verstehen.

Nach einer besonders langen Zeit nach der US-Version des Keyboards ist es nun endlich auch in deutschem Layout verfügbar. Hier wundert es mich ein wenig, weil ich diese Symptomatik bei vielen Geräten mit Fingerprint-Einheit wieder erkenne, auch Laptops mit Fingerprint benötigten seit jeher relativ lange Zeit zwischen US und EU-Versionen. Aber nun zurück zum Keyboard…

Setup

Zum Aufbau des Keyboards muss das Keyboard einmal zwingend per mitgeliefertem USB-Kabel angeschlossen werden. Sofern der Rechner Bluetooth zur Verfügung hat kann das Kabel aber auch nach ein paar Minuten wieder abgezogen werden. Einige Minuten sollte das Keyboard aber dennoch per USB angeschlossen bleiben, da der Fingerprint-Reader deutlich zeitverzögert eingerichtet wird. Länger als 5 Minuten sollte der Prozess allerdings nicht dauern.

Das Keyboard verbindet sich erst per USB und danach vollautomatisch per Bluetooth, ist es per USB angeschlossen wird USB als Verbindung bevorzugt behandelt. Das Kabel ist also nicht nur zum Laden der Tastatur vorhanden. Eventuelle Bluetooth-Dongles können dann vom Rechner abgezogen werden. Ohne Bluetooth und ohne USB geht allerdings verständlicherweise nichts.

Fingerprint

Der Fingerprint Reader befindet sich in einer Taste. Damit wirbt Microsoft aktiv. Platziert ist die Taste dort wo auf anderen Keyboards die rechte Windows-Taste ist. Außer dem Fingerprint kann diese Taste aber auch nichts weiteres.
Um den Fingerprint zu scannen muss diese mit dem passenden Finger gedrückt werden – das war es auch schon mit der ganzen Funktion. Der Scanvorgang geschieht gewohnt schnell und dank der vermutlich größeren Scanfläche als die USB-Dongles alle bieten können in der Regel Fehlerfrei.
Eine weitere Funktion hat die Taste leider nicht, ich wäre davon ausgegangen dass sie außerhalb von Fingerprint als zweite Windows-Taste fungiert – das ist allerdings nicht gegeben.

Die gesamte Fingerprint-Funktion funktioniert laut Microsoft erst ab Windows 10. Für Nutzer älterer Systeme ist also das deutlich günstigere Surface Keyboard ohne Fingerprint geeigneter.

Aufbau

Im letzten Jahr zeigt sich deutlich dass Microsoft sich auf Zubehör fokussiert. Gerade mit den Type Covers vom Surface beweist man grandios, dass man Tastaturen meisterhaft bauen kann. Beim Modern Keyboard ist dies nicht anders. Für den stolzen Preis gibt es ein Keyboard welches vom Tippgefühl kaum Wünsche offen lässt – und das sage ich nach einem Umstieg von einem mechanischen Keyboard mit Cherry MX Switches.
Das Keyboard besteht ansonsten aus solidem Aluminium. Dies gibt dem ganzen Keyboard eine starke Stabilität und Wertigkeit. Besonders für die relativ schmale Bauweise des Keyboards finde ich das Gerät ziemlich stabil.
Die Größe der fest verbauten Batterie verschweigt Microsoft leider, hier wird nur von einer Laufzeit von bis zu einem Jahr gesprochen. Diese kommt zu ca. 60% geladen und kann mit dem beigelegten USB-Kabel auch im laufenden Betrieb wieder geladen werden. Eine kleine LED über den Pfeiltasten zeigt hier an ob voll oder nicht – weitere und genauere Ladestandsanzeigen (auch digital in Windows) gibt es leider nicht. Eine Akkustandsmeldung falls die Batterie leer wird sollte es aber hoffentlich geben. Falls es soweit ist werde ich hier berichten.

Einzig und allein Tastenbeleuchtung ähnlich der Type Covers könnte fehlen, meist arbeitet man aber nicht in völliger Dunkelheit und in der Regel kann man Blindtippen – daher wäre dies auch Meckern auf hohem Niveau.

Clever finde ich die Tastatur-LEDs für Num-, Scroll- und Caps-Lock in den Tasten direkt. Gegenüber zum Wireless Desktop 900 Tastatur/Maus-Set von Microsoft ohne Status-LED eine elegante Ergänzung des „Platzproblems“ in schmaleren Keyboards.

Fazit

Man könnte zwar meinen das Modern Keyboard ist nur ein weiteres Keyboard aus dem Repertoire von Microsoft. Man sollte allerdings gerade dem Modern Keyboard etwas mehr Aufmerksamkeit zeigen. Besonders im Vergleich zu den vorherigen Keyboards von Microsoft zeigt sich der rasante Fortschritt deutlich – es gibt wenige andere Hersteller die mit diesem Fortschritt in dem Bereich Schritt halten können.
Für den Preis finde ich das Keyboard allerdings fast schon zu teuer. Nutzer sollten sich eindeutig überlegen ob sie den Fingerprint-Reader benötigen. Besonders weil das Surface Keyboard mit ca. 80€ dennoch deutlich günstiger ist und ein kleiner USB-Fingerprintreader aus Fernost mit gerade einmal 15€ nicht allzu sehr zu buche schlägt.
Der einzige Vorteil des Modern Keyboard ist also der Fingerprint in der Taste per Bluetooth – der ein klassischer Fingerprint-Reader in unauffälligem Design ist. Ob dies ein Preisunterschied von 60€ wert ist muss jeder für sich entscheiden.

Das Keyboard ist im Store von Microsoft oder in den meisten Shops eures Vertrauens seit kurzem erhältlich,
zum Beispiel im aktuellen Bestpreis von 110€ bei voelkner (Affiliatelink – Stand KW5 2018)

. Einige Shops weisen allerdings weiterhin ein Verfügbarkeitsdatum von Mitte Februar 2018 aus.

Das elektrische Skateboard „Lou“ auf der IFA 2017

Eine der Dinge die mich damals auf Kickstarter ziemlich instant gefesselt haben ist ein elektrisches Skateboard namens Lou von einer bis dato recht unbekannten Firma SoFlow.
Man suchte Geld um Skateboards unterschiedlicher Klassen entwickeln und auf den Markt bringen zu können. Seit dem ich die Kampagne sah drehte sich bei mir fast wochenlang alles um das Thema E-Board. Vielleicht auch weil einer der großen Youtuber – Casey Neistat – ständig auf einem solchen durch New York fährt.

Das Projekt war recht erfolgreich und zumindest in meiner Social-Media-Bubble wurden die kritischen Stimmen immer lauter.
Am Akku kritisierte man dieser sei zu klein um die entsprechende Reichweite zu erlangen. Was entweder stimmen kann oder nicht. Je nach Gewicht und Temperatur kann die Reichweite immer variieren – sogar um mehrere Kilometer.

Nun entdeckte ich die Firma durch Zufall auf der diesjährigen IFA direkt im Startup-Bereich (Halle 26) mit ihren Produkten. Prominent auch das Louboard platziert.
Fahren darf man es wegen rechtlichen Angelegenheiten auf der Messe allerdings nicht, dafür kann das Board auch in allen Details begutachtet werden und soweit ich weiß ohne Person drauf gefahren werden.

Wer also einmal nachschauen wollte wie es um sein ausgegebenes Kickstarter-Geld steht kann in Halle 26c vorbeischauen und auch mal unters Deck auf den wechselbaren Akku und die Elektronik schauen. Das Deck selbst ist per Klettband befestigt – allerdings ist dies eher höherwertiger und wird unter anderem auch in der Raumfahrt eingesetzt. Sand, Wasser und sonstiger Schmutz soll dem Deck und den Klettbändern nicht schaden.
Die Wasserfestigkeit des Boards relativierte man allerdings ein wenig. Abseits davon dass es eh keine so gute Idee ist bei Starkregen ein elektrisches Skateboard zu fahren sollte man dies tatsächlich nicht tun – leichtere Regenschauer seien kein Problem – bei größeren sollte man aber dennoch eher die nächste Haltestelle der öffentlichen Verkehrsmittel vorziehen,
Ein paar Stände weiter gibt es dann ein nächstes E-Board, im direkten vergleich zum Lou-Board tatsächlich sogar noch etwas kompakter wirkend – dafür wirkt das Louboard allerdings deutlich höherwertiger und vor allem unauffälliger.

Wer gleich aufs ganze gehen möchte kann sich das Lou Board auf der Homepage vorbestellen. Die Pre-Order-Phase sei zudem nicht mehr allzu lang versicherte man mir auf der Messe. Da sicherlich aber vorerst Kickstarter-Bestellungen ausgeliefert werden müssen kann sich die Lieferung allerdings auch noch etwas ziehen.

Bose QuietControl 30: Lautstärkeregler für die Außenwelt

Vorab sei gesagt – das hier ist mein erster vernünftiger Kontakt mit Noise Cancelling, in meinem Stamm-MediaMarkt hatte ich mal die QC25 von Bose auf und ein netter Mitarbeiter wechselte sofort die Batterie damit ich diese testen konnte. Die QC25 habe ich sofort wieder abgesetzt nachdem der Schalter fürs Noise Cancelling umgelegt war…
Ich fühle Noise Cancelling irgendwie. Sobald die QC25 unterdrückt hatten, bekam ich ein Gefühl als ob mir jemand einen Wattebausch in die Ohren geschoben hätte – außerdem verschob sich das Tonsignal so sehr, dass man schon glauben könnte Dr. Dre von den Beats hätte seinen obligatorischen Equalizer zwischen geschoben…
Ganz weg von Cancelling wollte ich aber nicht, dafür ist das Konzept dann doch zu attraktiv.

Mit den QC30 von Bose wurde dann das Noise Cancelling regelbar. Angeworben wird tatsächlich ein Lautstärkeregler für die Außenwelt, was nie so ganz stimmen kann und auch nicht stimmen wird.

Antischall

Das was die Kopfhörer letztendlich machen ist auf den ersten Blick eine recht simple Angelegenheit. Mikrofone zeichnen alles auf, was in der Umwelt so an Krach ist und senden das gleiche als invertierte Schallwelle wieder durch Lautsprecher ab. Interferenz zwischen zwei Schallwellen entsteht und beides gleicht sich mehr oder weniger stark aus und ist dann eben keine so starke Schallwelle mehr wie sie ursprünglich mal war.
Das schwierige an der ganzen Angelegenheit ist jetzt den Antischall genau so zu produzieren wie der Schall in den Mikrofonen ankam oder diesen so zu produzieren, dass er genau dem entspricht, was nach der mechanischen Schallunterdrückung der Kopfhörer noch existiert.

Gehen wir mal davon aus, der normale Geräuschpegel würde konstant einer Sinuskurve entpsrechen. Das tut er eigentlich nie, aber der Antischall dazu wäre das genaue Gegenteil.
Hier gezeigt der Schall als blaue Kurve f und der perfekte Antischall dazu als rote Kurve g. Beide Schallwellen treffen sich, Intereferenz, und beide Schallwellen ergeben addiert dann nur noch eine gerade Linie h (hier grün dargestellt).

Antischall vereinfacht dargestellt

In den seltensten Fällen funktioniert das so perfekt und vor allem kommt dann auch noch Musik vom Smartphone hinzu. Außerdem muss Bose erraten wie viel ihr von der f-Kurve (den Außengeräuschen) tatsächlich noch durch die mechanische Geräuschunterdrückung der Kopfhörer noch hört. Da das bei jedem Menschen anders ist kann Antischall meines Erachtens nie perfekt funktionieren. Ob Noise Cancelling also besser oder schlechter ist hängt immer von der Person ab die es erlebt. Ohne ähnlichen Aufwand wie mit Hörgeräten kann Noise Cancelling also keinen Idealpunkt erreichen – und selbst Hörgeräte sind nie ganz perfekt.

Das merkwürdige am Antischall

Der Antischall scheint zumindest bei mir immer mit irgendwelchen Gefühlen verbunden zu sein. Die kurz aufgesetzten Bose QC25 Kopfhörer im Markt setzten sich gefühlt ganz anders auf als sie vorher waren. Außerdem hatte ich das Gefühl mir würde permanent jemand ein ausgefranstes Wattestäbchen im Ohr drehen – was zumindest ich ziemlich unangenehm fand.

Die QC30 fühlen sich anders an. Nicht mehr so unangenehm wie die QC25 und vor allem durch die App und die Fernbedienung in Stufen einstellbar.
In der höchsten Stufe habe ich das Gefühl dass sich die Ohrstöpsel tiefer in den Gehörgang ziehen, was blöderweise meistens in den Momenten besonders stört, bei der man die Geräuschunterdrückung eigentlich braucht. Leicht heruntergeregelt ist die Unterdrückung allerdings gut und fühlt sich nicht mehr so stark an wie es auf der höchsten Stufe ist.

Wer häufig gähnt oder einmal wie zum Druckausgleich kräftig in die zugehaltene Nase pustet wird dann interessiert feststellen, dass man in dem Zustand unter Umständen den Antischall hört – ziemlich interessant in einigen Situationen.

Was kann der Bose-Antischall perfekt?

  • Straßenverkehrsgeräusche bis hin zur 50er-Zohne, so ziemlich alles bis hin zum lautesten LKW. Bis auf die LKW-Bremsen an Ampeln.
  • Geräusche innerhalb eines fahrenden Zuges. Die erste Klasse ist perfekt ruhig. In der zweiten Klasse sind allerdings bei besonders vollen Zügen noch Stimmen erahnbar, weil sich hier jeder versucht mit der eigenen Stimme zu übertönen. Es ist aber auch mit Mühe nicht mehr erkennbar was genau gesprochen wird.

Was kann der Bose-Antischall nicht so perfekt?

  • Gleiche 50-er Zohne, nur mit nasser Straße: Die Motorgeräusche selbst sind so gut wie weg, allerdings hört man das eher hellere Geräusch der Reifen auf der Nassen Straße weiterhin, zwar leiser als ohne Kopfhörer, aber auch durch Musik hindurch erkennbar.
  • lautere Stimmen, insbesondere spielende Kinder oder Babys die sich bei Ihrer Mutter bemerkbar machen möchten.
  • Bahnsteig-Geräusche wie z.B. ein einfahrender Zug. Allerdings ist die Musik im Gegensatz zum ausgeschalteten Antischall klarer zu hören, selbst wenn gerade ein Güterzug durchfährt. Fahrende Züge hört man weiterhin, die Gespräche am Bahnsteig oder stehende Züge sind allerdings relativ gut unterdrückt.

Was kann der Bose-Antischall nicht?

  • Fahrtwindgeräusche. Sie klingen anders, sind aber genau so störend wie sonst auch immer – und vor allem sind sie als Antischall ebenso laut wie eine beim Radfahren ans Ohr gehaltene Strandmuschel.
  • Geräusche die beim Anfassen der Ohrstöpsel entstehen bzw. Geräusche die durch eine reibende Regenjacken-Kapuze entstehen.

Alles in Allem vergleiche ich den Antischall gerne mit individuellem Gehörschutz. Besonders Gehörschutz für Musiker dämpft jede Tonlage gleichzeitig und regelmäßig ab, während die Bose Kopfhörer hier selektiv vorgehen und auch hörbar einzelne Tonhöhen unterdrücken können. Welche das sind entscheidet dann die Elektronik anhand des Mikrofonsignals.

Die App

Bose Connect
Bose Connect
Developer: Bose Corporation
Price: Free
  • Bose Connect Screenshot
  • Bose Connect Screenshot
  • Bose Connect Screenshot

Bose Connect
Bose Connect
Developer: Bose Corporation
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Bose meint über die App sei der Antischall stufenlos regelbar. Man hört allerdings die Stufen deutlich raus, auch wenn der Regler in der App an sich stufenlos hin und her wischbar ist. Schlussendlich sind die gleichen Stufen der Kabel-Bedienung auch in der App einstellbar.
Blöderweise sind das so ziemlich die einzigen Funktionen der App. Es gibt ebenfalls eine Funktion um die Musik von einem Smartphone auf bis zu zwei Kopfhörern gleichzeitig abspielen kann. Aufgrund des hohen Preises der Hörer wird das allerdings eher selten vorkommen, zumal der QC30 der erste Inear-Bluetooth-Kopfhörer mit Noise Cancelling von Bose ist.
Die App selbst bleibt also faktisch nur für das Firmware-Update, welches man initial einmal machen sollte. Ich schätze aber dass es relativ wenige weitere Firmware-Updates von Bose geben wird. Danach ist die App nur ein Noise-Cancelling-Regler, der die abgespielte Musik ebenfalls anzeigt.

Hear-Through

Bose vermeidet den Begriff eher (vermutlich auch wegen irgendwelchen Namensrechten anderer Hersteller), hat eine ähnliche Funktionen. Wird der Antischall auf die Hälfte heruntergeregelt klingen die Bose QC30 in etwa so als hätte man normale Kopfhörer auf. Ich habe das Gefühl, dass unter 50% Antischall-Lautstärke die Mikrofone anfangen Außengeräusche zu verstärken und dann, je nach Einstellung immer lauter werden. Ohne Antischall – also mit voller Lautstärke-Verstärkung durch die Kopfhörer – klingt die Außenwelt allerdings deutlich verstärkt. Letztendlich sehe ich darin auch Vorteile. Man hört jede einzelne Klimaanlage und Lüftung und eigene Schritte sind deutlich lauter. Es entsteht dadurch aber erst einmal ein Gefühl für die Geräusche die das menschliche Gehirn normalerweise eh schon gut rausfiltern können sollte.

Der Klang

Klanglich kann ich Noise Cancelling Kopfhörer momentan noch nicht vergleichen. Das Cancelling muss den Ton vom Konzept her verändern um Außengeräusche zu verhindern. Meinen Erfahrungen nach sind die Kopfhörer stark basslastig – vermutlich weil im Mittelton-Bereich bei meinen Verkehrswegen der meiste Antischall stattfindet. Das Internet schreit einen allerdings in vergleichbaren Tests förmlich mit Basslastigkeit von Bose an. Zum alltäglichen Hören oder besonders für Pendlerfahrten in der Bahn sind die QC30 also gut geeignet, wer Wert auf Klang legt sollte sich eher im günstigen HiFi-Bereich umsehen, die Bowers&Wilkins C5 klingen z.B. deutlich differenzierter und klarer, sind aber bzgl. Geräuschunterdrückung das komplette Gegenstück zu Bose.

Der Ton ist in etwa vergleichbar mit Kopfhörern um die 50-80€ oder den Xiaomi Piston-Kopfhörern. Den Aufpreis zahlt man also fast ausschließlich für das sagenumwobene Noise Cancelling von Bose. Man erkennt meines Erachtens auch am Klangbild dass der Hauptfokus auf dem Antischall lag.

Das Mikrofon zum Telefonieren wird von mir nicht betrachtet, da ich es nicht nutzen werde. Ich nutze die Kopfhörer nicht als Headset und das wird voraussichtlich auch so bleiben. Zur Telefonie habe ich in den Bluetooth-Einstellungen von Android einfach das Anruf-Audio ausgeschaltet.

Der Aufbau

Bluetooth-Inears müssen immer irgendwo eine Batterie haben. Meistens hängt diese dann mittig am Kabel oder ist bei modernen Kopfhörern wie denen von Anker namens „Zolo“ direkt im Hörer verbaut. Für die versprochene Laufzeit von 10 Stunden inklusive Antischall benötigt es aber weitaus mehr Strom, was den Kopfhörer nur unhandlich machen würde. Die ganze Elektronik ist bei den QuietControl in einer Art Halsband untergebracht. Das zieht insbesondere über T-Shirts und Hemden immer mal Blicke auf sich, die sich aber dann relativ schnell klären. Grundsätzlich ist das ungewöhnlich und fühlt sich als Umsteiger von Kabelgebundenem eindeutig erst einmal komisch an. Man braucht ein gewisses Maß an Vertrauen in dieses „Halsband“ um nicht ständig mit den Händen den Sitz vergewissern zu wollen.

Grundsätzlich liegt das Band aber stabil auf dem Hals und verrutscht nicht großartig. Einzig und allein beim zeitsparenden Sprint von der Bahn zur Straßenbahn verrutscht das Band so, dass man den Sitz nachjustieren muss um wieder entsprechende Kopfbewegungsfreiheit zu haben. Hier wären eventuell längere Kabel und Mechanismen wie bei den LG Tone Infinim Kopfhörern sinnvoll. Dank der Mikrofone in den Kopfhörern sind die Kabel allerdings entsprechend dick, weshalb ein Einzieh-Mechanismus nur den Verschleiß befördern würde.

Unter der Jacke kann der Bügel allerdings verschwinden ohne zu verrutschen.

Die Fernbedienung am Kabel ist besser als andere vergleichbare. Sie ist höher als bei vielen anderen Headsets und auch aus dem Augenwinkel nicht mehr zu erkennen, allerdings sind die Tasten deutlich fühlbar und unterscheidbar, was eine Blindbedienung ohne viel Übung ermöglicht.

Die Ohrteile selbst sind unerwartet groß, müssen dies aber dank der Mikrofone auch sein. Durch die Silikonteile, die man laut Anleitung eher in den Gehörgang hineindrehen anstelle von -stecken soll, sitzt aber alles fest und fühlt sich bis auf die Nebeneffekte durch den Antischall auch auf längere Zeit angenehm an.

Fazit

Als aktuellstes Modell von Bose scheinen die QC30 eindeutig aufs Noise Cancelling ausgelegt worden zu sein. In der Klangqualität sollte man nicht allzu hohe Ansprüche stellen, was im Preisbereich von aktuell ca. 200€ bis 230€ sicherlich für viele nicht ganz einfach sein wird. Hier sollte man bedenken dass man das Topmodell des Marktführers im Noise Cancelling kauft und eher den Zweck anstelle den Ton betrachten. Nichtsdestotrotz klingen die Kopfhörer vergleichbar gut, können aber mit u.U. günstigeren High-End Inears von Shure oder Bowers & Wilkins nicht mithalten.
Laut Preisverlauf scheint ein Preisfall allerdings jedes Jahr einmal stattzufinden. Wer also geduldig ist und seine Vorfreude lange hinauszögern kann, kann hier warten.
Für das gute Noise Cancelling, welches einem etwa gleich bepreisten individuellem Gehörschutz in nichts nachsteht sind die 200€ allerdings gut investiert.

Was Smartphone-OEMs aktuell falsch machen

Das Xiaomi Mi Mix kommt ziemlich dicht an meine Idealvorstellung eines Smartphones ran. Mit neuen Ideen wie dem Ultraschall-Näherungssensor kann der Bildschirm immer größer werden ohne das Gehäuse selbst größer zu machen. Aber nichts ist perfekt und es geht immer etwas besser – sonst gäbe es ja keine Arbeit. Hier versuche ich also einmal zu schildern woran es meiner Meinung nach bei den OEMs hängt. Anscheinend ist irgendwo eine Grenze gesetzt worden, die bis dato noch nicht überschritten wurde. Sowohl in der Hardware als auch im Vertrieb.

Das Mi Mix von Xiaomi - das Zukunfts-Smartphone für Smartphone-OEMs?

Die Hardware

Fangen wir zu erst mit dem spannenden an: Die Hardware. Fest verbaute Akkus, die zwar die Neukäufe nach gewisser Nutzungszeit anregen, aber auch ein verhasster Aspekt vieler Käufer sind – gang und gebe in vielen aktuellen Smartphones. Der andere Punkt ist der Speicherplatz. Entweder SD-Karte und kleiner interner Speicher, oder großer interner Speicher und keinerlei Erweiterungsmöglichkeit.
Dabei erwarte ich nicht, dass alles gleich in Richtung Project Ara oder Mi Mix gehen muss, sondern einfach eine solide Grundbasis in aktuellen Topmodellen:

  • einen entfernbaren Akku
  • trotz des Akkus ein Gehäuse dass so nah wie möglich an „unibody“ herankommt, idealerweise aus Aluminium
  • So irrsinnig das erscheinen mag: 128 oder 256 GB internen Speicher und immer noch einen…
  • … UFS-II SD-Kartenslot, der auch alle bis dato bekannten Karten akzeptiert, also vor 200+ GB großen Karten keine Scheu hat. Auch wenn UFS-II für SD-Karten eher für Fotografen interessant zu sein scheint, den Geschwindigkeitsvorteil könnte ein Smartphone, gerade bei App-Daten auf der SD-Karte gut gebrauchen.
  • FullHD-Bildschirm. Ehrlich gesagt, im Größenbereich bis 6″ reicht FullHD vollständig aus. VR mal außen vor gelassen.
  • 4 oder mehr GB an RAM. Alles muss flüssig laufen, sonst macht es keinen Spaß. Dabei muss es nicht Out-of-the-Box flüssig sein – das sind sie ja alle: Es muss flüssig laufen, auch wenn das Smartphone bereits ein oder mehrere Jahre in Verwendung ist und sich einiges angesammelt hat. Aktuelle Smartphone-CPUs unterstützen das problemlos.

Das wäre also mein Idealbild. Mir ist es völlig egal ob nun modular oder Curve oder Mi Mix-like oder sonstwie. Die Hauptsache ist ein mechanisch stabiles Gehäuse mit entsprechend „Wumms“ unter der Haube, nicht nur von der CPU.

Der Vertrieb

Aber nicht nur in der Hardware gibt es Besserungsmöglichkeiten. Eine der Hauptsachen die ich dank LG aus der Vergangenheit kenne ist das ineffiziente Vertriebsmodell.
Smartphones dürfen nicht auf kleine Absatzgebiete angepasst sein. Softwaremäßig müssen sie dies schon, zwecks Rollout neuer Android-Versionen, aber ein Smartphone auf das Absatzgebiet „Norddeutschland“ oder auch nur „Deutschland“ oder gar bis hin zu den Providern einzuteilen und Smartphones Service-Mäßig an das Land zu binden macht schlichtweg keinen Sinn.

Der Handel unter den Händlern

Der Markt kauft fleißig auch  im EU-Ausland ein. Ich nenne mal als Beispiel das Vertriebsmodell von LG: Geräte sind auf „Telekom, Deutschland“, „Orange, Frankreich“ und co angepasst und auch gekennzeichnet. In Deutschland aber bekommt man mit ziemlicher Sicherheit dann ein Französisches Smartphone von dem Provider Orange.
Die Gewinnspanne für den Händler war einfach größer wenn er statt deutscher Geräte französische verkauft. Zack -> deutsche Kunden mit Smartphones aus Frankreich. LG’s Vertriebsmodell ist damit komplett durcheinander.
Der Nachteil für LG: Die Geräte wurden in Deutschland verkauft. Der Händler hat eine Gewährleistung zu garantieren, der Hersteller gibt freiwillig im Jahr Gewährleistung auch noch Garantie oben drauf. Der Kunde meldet sich also bei einem Garantiefall, der Kunde weißt nach dass das Gerät in Deutschland gekauft wurde und LG muss Garantie auf eigene Kosten leisten.

Weiter im Beispiel LG geblieben wird das Smartphone nun per Express nach Frankreich gesendet, weil das Gerät ja ein französisches ist. Express-Versandkosten, hier nutzt man DHL – meines Erachtens sind diese selbst für Großkunden noch teuer – besonders der Express-Versand ins Ausland.
In Frankreich wird das Gerät repariert und zurückgesendet. Wieder einmal Express-Versand. Sofern jetzt LG kein LG G4 mit dem anscheinend nicht dauerhaft lösbaren Bootloop erwischt hat, war es das. wenn doch, dann wird sich dieser Prozess so lange wiederholen bis der Kunde entweder verärgert ist oder die Kosten für den ganzen Versand die Bilanz von LG völlig zerstören.

Garantie-Porto: Rechenbeispiel

Kurz hochgerechnet für das beliebte Land Rumänien, in dem deutsche Händler gerne günstig Smartphones einkaufen um sie in Deutschland zu verkaufen:

DHL Express dort hin kostet aktuell 83,10 EUR pro Paket, ziehen wir einmal geschätzte 20% davon ab, da wir hier Großkunden und Mengenrabatte haben.
Macht ca. 66 EUR pro Paket. Da zumindest mein LG G4 zuvor drei mal wegen dem Bootloop-Fehler bei LG war sind hier sechs mal Porto angefallen.
Abschließend: 198 EUR für Porto während der Garantiezeit – nur weil LG Geräte aus Rumänien nicht in der Reperaturzentrale in Deutschland reparieren kann, möchte oder will.
Spätestens nach der Garantiezeit hat man also genau so viel für den Versand bezahlt, wie das Smartphone dann wert sein dürfte. Das passt in keine Leistungsrechnung. Dabei habe ich die drei getauschten System-Boards (der Fehler liegt dort und nach LG-Musterlösung wird dies ausgetauscht) noch nicht im Preis einberechnet. Da dies das Herzstück des Smartphones ist dürfte dies auch ein bisschen auf der Bilanz rumtreten.

Was also muss hier besser laufen?

Ich nehme als Idealbild gerne das unter Android-Jüngern so verhasste Apple-Smartphone. Einen Termin im Store ausmachen und die Sache ist meist geklärt. Nicht jeder kann sich aber eine solche Struktur leisten – vor allem die anderen Smartphonehersteller nicht.
LG hat auch in Deutschland genau die gleiche Reperaturstelle wie in Frankreich – deren Vertriebsmodell erlaubt es aber nicht Smartphones von deutschen Kunden, die dummerweise nun Franzosen-Smartphones haben, auch in Deutschland zu behandeln.
Der Markt darf also nicht so klein eingeteilt sein. Ideal ist ein Absatzgebiet „CDMA“ und ein Absatzgebiet „GSM“ – oder „EMEA“ (Europe, Middle East and Asia), „Amerika“ und andere Kontinenten.
Dies zentralisiert die Reperaturstellen und sorgt nebenbei dafür, dass Reperaturanweisungen nicht ellenweit gestreut werden müssen.
Sehr viele Hersteller machen das bereits ähnlich.

OnePlus kommt hier um die Ecke – die Reperatur ist nur in China möglich – verständlich für den kleinen Marktanteil. ABER: Es ist die einzige Stelle an der repariert wird und der Transportweg dorthin ist zentral vom Hersteller verwaltet – außerdem wird ein Fehler wie bei dem oben genannten LG G4 bootloop direkter auch mit Kooperation des Kunden gelöst.
Per Remotewartung schalten sich Supporter von OnePlus auf Kundenrechner und versuchen das Smartphone zu reparieren – wenn es nach einem Softwareproblem aussieht. Mit ADB und dem Bootloader-Modus bei Android ist das überhaupt kein Problem.
Ist das nicht möglich geht es zwar nach China, aber bis dahin hat jemand von OnePlus das Gerät bereits angeschaut und es landen definitiv nur Hardwarefälle in Fernost. Ein große Kosteneinsparung bei größerer Kundenzufriedenheit als LG – und das von einem Smartphone-OEM der bedeutend kleiner als LG ist.

Die Software

Zwecks Software ruderte Google die letzten Monate etwas zurück. Google möchte Smartphones mit Android proprietär an sich binden – vorerst ist das natürlich zum Nachteil des Kunden. Der PlayStore ist nur auf Geräten zugelassen die wenig eigene Crapware vorinstalliert haben. Das hält die Smartphones frei und hat nebenbei den von Google gewünschten Bindungseffekt. Hier muss ich zugeben dass man nicht viel besser machen könnte. Natürlich kommt es auf den Hersteller des Smartphones an, welche Oberfläche auf dem Gerät läuft. Im Grundkonzept sind die Smartphones dank Google alle gleich. Was hier der Idealstand ist kann ich nicht genau sagen. Einerseits fand ich die von Features triefende Android-Variante von LG ziemlich gut brauchbar, andererseits ist das Vanilla-Android auf den Pixel-Geräten oder über Lineage OS (ehem. CyanogenMod) ebenfalls gut zu gebrauchen oder noch besser, da sich Apps, die tief ins System eingreifen müssen in Vanilla-Android besser zurecht finden.

Fazit

Wir sind noch entfernt vom möglichen Ideal-Smartphone – entweder weil es Hersteller so möchten, oder weil der Markt für solch ein Smartphone zu klein ist. Dabei ist all das möglich – es würde aber nur den Neukauf-Zyklus brechen, den die Hersteller so haben möchten um den Umsatz zu sichern. Es bleibt abzuwarten ob Fernost-Marken wie Xiaomi sich im Rest der Welt festsetzen und Marktanteile sichern. Die Vertriebswege sind hier nicht unbedingt besser. Xiaomi zeigt allerdings am Mi Mix eindrucksvoll was man kann und wohin die Reise gehen sollte.
Ein Smartphone, welches nicht alle zwei Jahre neu angeschafft wird, weil die Hersteller Hardware und Software limitieren wäre ein großer Fortschritt. Auch in Richtung der Umweltverträglichkeit.

In diesem Artikel erwähnt:


Xiaomi Mi Mix – Tradingshenzen

 

Noctua stellt Spezial-Kühler für AM4-CPUs vor

AMD stellte mit den Ryzen-Prozessoren eine neue Prozessorgeneration vor, die zumindest verspricht Leistungsmäßig an Intel heranzukommen.
Wie wir das von AMD so kennen wird dies allerdings auf Kosten der Energieeffizienz gehen – wenn diese niedrig ist, dann ist die Abwärme entsprechend überdimensional hoch. Ich gehe mal davon aus, dass sich die Abwärme im Vergleich zu der AMD-FX Serie nicht allzu stark gebessert hat.

Um das ganze dann auch noch halbwegs lautlos runterkühlen zu können muss ein hochwertiger, leistungsstarker Kühler her. Natürlich würde auch ein kleinerer funktionieren, aber einen Rechner in der Lautstärke eines Modellflugzeugs will auch nicht jeder haben. Deshalb muss ein CPU-Lüfter überdimensioniert geplant werden.
Genau aus diesem Grund gibt es Noctua, die zwecks Lüfterdesign sich auch aus der Flugzeugtechnik bedienen. Neuerdings auch mit passenden Lüftern für AM4:

(Aus der Pressemeldung von Noctua)

Die Modellnummern verhalten sich genau so wie auch die originalen Modelle. Zusätzlich dazu bietet man allerdings auch ein Adapterset für die älteren Modelle an.
Dabei erhalten die Modellnamen immer den Zusatz AM4, wenn diese auch für AM4 geeignet sind.
Der NH-D15 stellt das Königsmodell von Noctua dar und kann sich zumindest mit vorgefertigten Wasserkühlungssets locker messen.
Käufer sollten also darauf achten, dass ein neu gekaufter Noctua-Kühler den Zusatz AM4 trägt, sofern diese auch dort eingesetzt werden.

Die bisher eingeführten Modelle findet ihr hier und in der Pressemeldung im Bild. Je nach Größe sind diese natürlich auch eher für unterschiedliche Ryzen-CPUs gedacht. Für die Leistungsstärksten Ryzen-CPUs würde ich dann schon zum NH-D15-AM4 greifen. Der NH-D15 SE enthält nur ein Lüfter, welches aber dank des ganzen Kilogramms Kühlrippen allerdings locker ausreichen sollte.

(via Noctua-Pressemeldung)

Googles LinkNYC Überwachungssäulen haben nun kein Internet mehr

Erinnert ihr euch noch an die Überwachungssäulen die Google in New York aufgestellt hat?
Diese sollten 1 GB/s über WiFi-Funkverbindung in ganz New York kostenlos zur Verfügung stellen. Als Bezahlung für den Dienst ist man vollkommen gläsern und lässt jeden Interessierten in alle Daten die ihr so produziert hineinsehen und inzw. auch für die „Marktforschung“ über Kameras in den Säulen beobachten.

Looking northwest at 3rd Avenue LinkNYC keyboard
Looking northwest at 3rd Avenue LinkNYC keyboard

Jetzt wurde zumindest der Internetzugang gekappt. Es haben sich im Bereich der Säulen Partygemeinschaften gesammelt die mit lauter Musik und viel Alkohol exzessiv feierten. Einige sollen aber auch durch die Content-Firewall die Google vorgeschaltet hat gekommen sein und haben sich gewisses Material aus der Rotlichtszene angesehen, obwohl dies in den Nutzungsbedingungen der Überwachungssäulen stikt untersagt ist.
Da die psychologisch eigentlich vorauszusehenden Effekte dieser Säulen das Stadtbild verschlechterten entschloss sich nun New York zumindest das WiFi abzuschalten.

Die Telefoniefunktion an den Säulen bleibt aber aktiv – so werden dann halt aus den Access Points wieder einfache Telefonzellen und Notrufsäulen in der Stadt.

via

Miix 510: Lenovos Antwort auf das Surface Pro 4

Lenovo stellt auf der IFA 2016 mit dem Miix 510 die Antwort auf Microsofts Surface vor.

Lenovo Miix 510

Mit einem Preis ab 699€ greift dies frontal das Microsoft Surface an. Der Aufbau und das Design ist sowohl vom Tablet als auch vom Tastaturcover nahezu gleich, allerdings findet man hier die gewohnte Lenovo-Tastatur als Cover vor.

Mechanisch sieht das Miix 510 teilweise sogar besser aus als das Surface Pro, besonders der Kickstand ist mit einem Scharnier versehen das dem Augenschein nach deutlich stabiler ist als die geschmierten Plastikscharniere im Surface Pro 4. Beide ermöglichen identische Aufstellungen.
Der Anschluss der Tastatur funktioniert auf die gleiche weise, 5 Kontakte neben zwei Halterungen stellen eine USB-Verbindung dar, diese sind weiter auseinander als die vom Surface Pro 4. Eine Magnetleiste unterhalb der Anschlüsse sorgt wie bei der Konkurrenz für einen Winkel in der Tastatur.

Mit 12,2 Zoll ist das Display nahezu gleich groß wie das von der Konkurrenz. Editionen mit Core i3 bis zum Core i7 sorgen dafür dass man für jede Edition des Surface Pro das passende Miix 510 Gegenstück finden kann.
Das Gewicht der Geräte unterscheidet sich dennoch, mit 1,25 Kilogramm (inkl. Tastatur) ist das Miix 510 deutlich schwerer als die Surface-Konkurrenz. Auch ist ein USB-Typ C Anschluss am Gerät ein Unterschied. Am Surface findet man nur einen USB 3.0-Anschluss.

Ein Release ist noch nicht bekannt, auch die genauen Daten der einzelnen Ausstattungen ist noch nicht bekannt, man kann aber erwarten dass die Ausstattung hier ungefähr genau dem Surface Pro 4 folgt.

Das HP Elite x3 bringt alle Geräte zusammen

Das Elite X3 soll der eigene Rechner in der Hosentasche werden und so das mobile Arbeiten wieder einmal revolutionieren. Dazu gibt es neben dem Smartphone mit viel Power einen Dummy-Laptop und einen Bildschirm. Mit einem Continuum-Dock soll daraus der ultraportable Arbeitsplatz entstehen.hp elite x3

Dockt man das Elite x3 an das Continuum Dock an erscheint ein Desktop-Windows auf dem größeren Bildschirm. Dieses kann mit angeschlossener Maus und Tastatur bedient werden. Momentan sind auch in der „großen Oberfläche“ nur Modern-Apps möglich. Ein entsprechendes Update soll aber auch dafür sorgen, dass ein volles Windows mitsamt Desktop-Anwendung gestartet werden kann.

Im Smartphone selbst ist ein Snapdragon 820 Prozessor verbaut. Der 64 bit Quadcore hat genügend Power um auch Desktop-Anwendungen zu laden. Genau dies möchte man im x3 ausnutzen.
Zum Arbeiten gibt es für unterwegs ein Lapdock, ein 12,5″ Bildschirm mit Tastatur. Zum Arbeiten kann das Elite x3 entweder per USB Typ C verbunden werden oder über eine Funkverbindung gearbeitet werden. Rechenleistung hat das Lapdock nicht, ohne das zugehörige x3 ist der Laptop also ein Dummy der nur nach dem zugehörigen Smartphone fragt.

Für den festen Arbeitsplatz plant HP das Desk Dock, quasi ein Lapdock in Form eines Bildschirms. Über das Continuum-Dock kann das Elite x3 aber auch an jeden anderen Bildschirm angeschlossen werden. Sofern am Dock auch eine Maus und eine Tastatur hängt kann das Arbeiten losgehen.
Consultants und viele weitere Berufsklassen könnten damit ihre Arbeit noch flexibler gestalten, außerdem sind alle Daten immer dabei, ohne dass man sich um Datenmanagement zwischen den Geräten sorgen muss.

Apropos Daten: Das Elite x3 hat von Haus aus 64 GB Speicher. Installiert man dort ein Desktop-Windows mit zusätzlichen Daten für die mobile Oberfläche sind nur noch an die 15 GB übrig. Das reicht für einige Dateien aus, sofern man mit vielen Daten arbeitet ist man aber auf Cloud-Dienstleistungen angewiesen.

Alle drei Geräte stehen auf der IFA am Microsoft-Stand in Halle 13 zum Ausprobieren bereit. Noch ist das Desktop-Windows nicht ganz integriert und es erscheint eher ein Windows Mobile mit größerem Bildschirm – ein volles Windows wird aber in Zukunft integriert.
Das x3 wird größtenteils für Enterprise angeworben. Der Anschaffungspreis von Elite x3, Continuum Dock, Lap Dock und Desk Dock dürfte im Bereich von ca. 5.000 Euro liegen.

Im offiziellen HP Store wird für das Elite x3 ein Preis von 829€ ausgeschrieben, mitsamt Continuum Dock wird ein Preis von 869€ fällig. Das Lap Dock und das Desk Dock sind noch nicht auf dem Markt, diese werden aber in den nächsten Monaten erwartet.

Spannend was HP dort von sich hören lässt. Aufgrund des geringen lokalen Speichers könnte es aber sein, dass nur Firmen mit entsprechender Infrastruktur das neue ultraportable Arbeiten ausprobieren können. Dank Plug’n’Play ist das Management mit Desk- und Lap Dock sehr einfach.
Ob andere Hersteller das Konzept aufgreifen bleibt abzuwarten und hängt sicher vom Erfolg des Elite x3 ab.

 

Samsung möchte den Kühlschrank zur Familienzentrale erklären

Kühlschränke, ein zentrales Objekt im Leben von – wem eigentlich? Den Vielfraßen? Das mal dahingestellt will Samsung den Kühlschrank zur Familienzentrale erklären. Dazu gibt’s den Kühlschrank namens RB7500 mit einem 21,5″ Touchscreen und allerlei Familienplanungs-Apps.

samsung rb7500

z.B. eine Notizapp, oder die Überwachungszentrale für die Smartphones der eigenen Kinder. Der Kühlschrank mit amerikanischen Ausmaßen kann aber auch den Inhalt darstellen und möchte sehr gerne wissen was denn in ihm steckt und wie lange sich eben jenes hält. Dazu sind Gegenstände im Kamerabild mit Tags versehbar, so kann man z.B. Milch an seine – Marmelade schreiben… Oder eben auch an die Milch… Bild- und Texterkennung ist nicht integriert. Die Entwickler sagten mir dass man sich hier noch auf die Erkennung von Barcodes eingeschossen hat und die simple Erkennung von Schriftzügen wie „Milch“ oder „Erdbeermarmelade“ oder deren üblichen Verpackungsformen einfach noch zu umständlich sei. Der Kühlschrank erkennt auch nicht dass sich Milch in der Regel eine Woche lang hält (je nachdem welche Milch man kauft natürlich). Auch das muss man dem Kühlschrank beibringen. Hat man das einmal getan, erinnert der Kühlschrank daran, dass die Erdbeermarmelade namens „Milch“ abgelaufen ist.

Ein paar sinnvolle Einsatzzwecke hat der Kühlschrank aber dennoch, neben der oben genannten Totalüberwachung der eigenen Kinder kann man auf diesem Kühlschrank auch fernsehen und im Internet surfen. So muss das Chefkoch-Rezept nicht ausgedruckt neben dem Herd voll Fett gespritzt werden, sondern kann ganz einfach auf dem Kühlschrank angezeigt werden. Die Kinder können von Ihren Smartphones aus auch Notizen auf den Kühlschrank posten und und und…
Android-Apps sind nicht möglich, da der Kühlschrank auf Samsungs eigenem Tizen OS läuft.

Das zeigt einmal wieder dass die Hersteller noch keinen richtigen Wegplan für Smart Home haben, das Grundkonzept der Vernetzung ist bewusst, aber deren Umsetzung wird schwer. Es bleibt fraglich ob die Funktionen eines solchen Kühlschranks dann auch genutzt werden können oder ob Google mit einer weiteren Android-Splitterversion den proprietären Geräten einmal wieder den Kampf ansagen muss um Smart Home überhaupt durchsetzen zu können.

Unterwegs mit dem Surface Pro 4

Seit einigen Monaten besitze ich nun ein Surface Pro 4, in der i5er-Variante, und damit auch ehrlich gesagt den ersten Laptop den ich nicht nach dem Kommentar „Trackpad hat Aussetzer“ vom Schrottplatz rettete.
Wenn man einen 5 Kilo-Laptop gewohnt ist, will man natürlich was leichteres. Das, finde ich, läuft automatisch darauf hinaus. Das Surface stellte sich für mich als idealer Schnittpunkt dar. Einerseits leicht und sehr einfach auch unterwegs zu handhaben, andererseits wollte ich ein integriertes System – so nenne ich es zumindest.

Microsoft Surface Pro 4

Ich möchte mich heutzutage nicht mit Treibern herumschlagen, ich möchte nicht dass mir Intel oder AMD vorschreibt was ein Rechner zu können haben sollte oder nicht. Das Surface ist ein anderes System, da es direkt aus dem Hause Microsoft kommt. Einschalten, Einrichten, Losmachen – viel mehr ist das erste Setup auch nicht. „Kein Ethernet-Anschluss, nur ein USB“ mögen einige sagen, aber Kabel sind altmodisch und WLAN inzwischen schnell genug. Für diejenigen denen es nicht schnell genug ist gibt es ja einen Ethernet-Adapter, der dann halt auch dafür sorgt, dass man recht wenig auf Massendatenträger außerhalb des Internets und des eigenen LAN kopieren kann. Aber auch der Ethernet-Adapter ist von Haus aus nutzbar. Sofern man den „Surface Ethernet Adapter“ nutzt. Leider ist dieser auch fünf mal so teuer wie handelsübliche Adapter. Das war es mir aber Wert, so viel Komfort muss sein.

Out of the box

Genug Blocktext. Das Surface Pro 4 ist also eines dieser „out-of-the-box“ Systeme (das Design der Box in der das Surface kam hat was, das finde ich richtig nett, auch wenn es immer etwas Apple-mäßig aussieht). Einschalten – Loslegen, und das wurde auch eingehalten. Das Surface ist direkt aktiviert, nach der Eingabe eurer Microsoft-Account-Daten hängt dies auch KMS-Mäßig an eurem Account. Beim ersten Setup erscheint dann auch eine schnelle Anleitung wie man den Surface Pen verbindet: „Jetzt die hintere Taste des Stifts lange gedrückt halten.“ – Pling, fertig. Easy as that, seitdem hatte ich noch nie irgendwelche Probleme mit der Verbindung des Stifts.

Keine aufdringliche Crapware, wenn man sich mal das übliche Candy Crush Ungeziefer aus dem Startmenü wegdenkt, aber das ist ja bei jedem Windows 10 so. Mit Drawboard PDF ist eine PDF-App vorinstalliert, die es (warum auch immer) ganz gut in die Toplisten des Windows-Stores geschafft hat. Mit Fresh Paint ist das Ganze auch in Bildverarbeitung umgesetzt. Hier möchte Microsoft vermutlich ein wenig mit dem Surface Pen angeben. Öffnet man die App findet man eine simple Bildbearbeitung vor, die etwas mehr als Paint es tut auf „Mach dein eigenes Kunstwerk“ anspielt, aber noch lange kein Ersatz für Photoshop und co ist. Das war es allerdings auch schon. Alles andere ist auch bei klassischem Windows 10 zu finden und alles davon ist problemlos deinstallierbar.

Reicht der Speicher?

Ich habe das Surface-Modell mit Intel Core i5 und 128 GB Speicher. Um den Intel Core M wabert die „Atom-Nachfolger“ Gerüchte-Blase und von Atom kennen wir ja, dass diese gerade mal eben so, aber nicht gut, ihre Aufgaben erledigen.
Dank MicroSDXC ist der Speicher überhaupt kein Problem. Wer sogar Programme hat, die auf einer Installation in der „C“-Partition angewiesen sind, kann die Karte mit den Datenträgerverwaltungstools zusätzlich unter C in einen Ordner einbinden. Standard MicroSDXC, also sind Karten bis zukünftig zwei Terabyte überhaupt kein Problem. Mit einer 200 GB-SDXC hat man auf jeden Fall genug Speicher, falls die effektiv freibleibenden internen 75 GB nicht ausreichen. Man kann sofern man möchte auch die eigenen Dateien auf die SD-Karte auslagern, so dass der interne Speicher wirklich nur noch für weitere Programme verwendet wird. Spätestens dann reicht der Speicher auf jeden Fall aus.

Die Hardware

Das Display ist großartig, die Laufzeit ist mit effektiv 1-2 Stunden weniger als von Microsoft versprochen schon mal besser als erwartet. Knapp einen Arbeitstag hält das Surface, es kommt aber auch sehr darauf an was ihr macht. Arbeitet man im Netz und ist größtenteils am Tippen, ist die Laufzeit natürlich weniger ein Problem als für Menschen die für die Kompilierung von Programmen immer noch keinen Server zur Verfügung haben.

Apropos Programmierung: Eclipse ist auf dem Surface-Bildschirm faktisch nicht nutzbar. Einige Anwendungen sind noch nicht auf hohe Auflösungen optimiert, logisch werden die Buttons dieser Programme dann auf dem Surface als gefühlte 2-Quadratmillimeter-Buttons dargestellt. Also quasi nicht nutzbar auf dem Surface. Es gibt zwar einen Kompatibilitätsmodus für solche Anwendungen, dieser hat bei mir zumindest aber noch nie irgendeine Wirkung gezeigt. Dank der hohen Auflösung wirkt Full-HD auf dem Surface-Bildschirm wie eine VHS-Kassette auf einem 4K-Fernseher, die Auflösung möchte ich also eher nicht herunterdrehen – und die Windows-Lupe ist mir dafür noch zu steinzeitlich bedienbar. Für Eclipse müsste also wirklich ein Dock für das Surface Pro 4 oder ein Wireless Display Adapter her, etwas meh, aber das ist meckern auf hohem Niveau.

Bei der Leistung…

merkt man dem i5er-Surface auch Grenzen an, diese sind allerdings so hoch, dass diese für das normale Arbeiten nicht ins Gewicht fallen. Ein Surface ist höchstens dafür geeignet Spiele über Steam von einem anderen Rechner zu streamen, oder eben mal eine Runde Slither.io einzulegen, allerdings auch für ein wenig Bildbearbeitung, solange es nicht immer Photoshop sein muss.

Das übliche Getippe und Web-Gesurfe geht mit dem Surface locker von der Hand. Ich habe bis dato noch nie Probleme gehabt die Aufgaben die ich von dem Surface erwarte auch ausführen zu können.
Der Lüfter im Surface springt gelegentlich mal an. Kurioserweise meistens bei Videos im Google Chrome. Spielt man Slither, Agar und andere gehypte Webgames ist der Lüfter auch recht schnell an. Ca. 3/4 der Rückseite des Surface wird dabei merklich warm, allerdings nie so warm dass ich diese nicht anfassen konnte. Laut dem Temperaturprogramm HWmonitor springt der Lüfter bei ca. 65°C in der CPU an, höhere Temperaturen als 75°C habe ich auch unter Dauerlast nicht messen können. Bei der Kühlung ist also ganze Arbeit geleistet worden. Nicht nur dass das Tablet für die Hardware kühl bleibt, auch die Verteilung der Hitze und die Mitnutzung der Rückseite für Kühlung ist für knapp über 8 mm gut gelungen.

Geiles Gerät, aber…

manchmal gibt es Treiberproblemchen. Der Bereich über der Kamera fiept leise, allerdings so leise, dass man es nicht hört, wenn man nicht gerade das innere seines Ohrs mit der Frontkamera fotografieren möchte. Ebenfalls gibt es kleine Probleme mit dem Helligkeitssensor, stellt man die Helligkeits-Einstellung „Automatisch“ ein und wird es draußen und damit im Raum auch dunkler fängt das Display an zu flackern. Nur schwach wahrnehmbar und eigentlich nicht störend, aber es strengt die Augen nach kürzester Zeit extem an. Hier muss man wohl oder übel eine manuelle Einstellung wählen.

Hint an Microsoft: Das könnte entweder an den Sensoreinstellungen hängen oder mit dem Fiepen im Kamerabereich zusammenpassen. Sensor wäre einfach, dieser gibt ja dank Analog-Digital Converter Zahlen in idealerweise möglichst kleinen Schritten zurück. An diesen macht das System dann fest auf welche Helligkeit das Display eingestellt wird. Hier müsste man die Werte etwas weiter nach oben oder unten schrauben damit der Sensor nicht im Bereich des Schwellwertes als Minimum stehen bleibt. Das Display flackert dann eben weil es alle paar Sekunden zu dunkel für Einstellung 1 ist. Hängts dann doch mit dem Fiepen zusammen, kann man das leider nicht so direkt beheben, einfach demnächst bessere Bauteile kaufen…

Ein paar Eigenarten

Neben den „Dauerbrenner“-Problemen wie ich die oben beschriebenen Probleme gerne nenne gibt es immer mal ein paar Eigenarten.
Das Surface Pro 4 fährt im Akkumodus rasend schnell in den Standby. Einmal kurz um die Ecke gegangen und es fährt eigentlich aus dem Standby wieder hoch anstelle einfach nur das Display wieder an zu machen. Dank schneller SSD ist zwischen beiden Varianten allerdings quasi kein zeitlicher Unterschied. Netzwerkverbindungen müssen sich dann wieder aufbauen, das merkt man dann in Chatprogrammen wie Pidgin oder IRC-Chats und bei standardmäßig aufgebauten OpenVPN-Routen.

Kleine Treiberproblemchen hatten es manchmal unmöglich gemacht das Surface wieder aufzuwecken, wenn es denn mal automatisch in den Standby wanderte. Nur ein harter Neustart half. Solche Probleme können aber über das „Feedback-Hub“ von Microsoft gemeldet werden. In einigen Monaten oder Jahren ist dann auch Microsoft aufgefallen, dass es da wohl ein Problem gibt um das sich die Programmierer noch nicht gekümmert haben. Besagtes Standby-Problem ist über eben diesen Weg bekannt geworden und inzwischen auch schon gelöst worden.
Man merkt also, am Surface wird gearbeitet, auch von Seiten Microsoft. Da die meisten Treiber auch von Microsoft erstellt werden kommen immer mal neue Features und damit auch Fehlerbehebungen auf dem Gerät an.

Die Lautsprecher…

… haben mich aber sehr verwundert. Ich habe nicht viel erwartet, schon gar nicht, wenn man eine Audioanlage im Haus hat, mit der man alle möglichen Geräte eben schnell verbinden kann. Das was Microsoft hier bietet ist allerdings recht gut. Die Lautsprecher klingen für den Formfaktor ziemlich gut. Die Buttons auf der Oberseite des Geräts sind aber in den Lautsprechern integriert, was eine Reparatur schwer macht. Diese ist laut iFixIt allerdings auch so gut wie unmöglich. Der Lautsprecher ist ordentlich, er platziert sich meines Erachtens über aktuellen Laptop-Lautsprechern, ist aber noch lange nicht so gut wie ein paar Boxen mit Audio-Chromecast als Ansteuerung oder eines dieser „alten“ Systeme mit 3,5 mm Klinkenanschluss oder klassische PC-Lautsprecher per Cinch.

Der RAM-Speicher reicht fürs normale arbeiten eben so aus. Es gibt einige Momente in denen man anmerkt dass 4 GB wenig sind, diese sind aber zu verkraften. Der Google Chrome Browser braucht beim Start exorbitant viel RAM-Speicher. Nutzbar ist dieser, aber den Start insbesondere mit einigen geöffneten Tabs sollte man dann doch lieber im Hintergrund minimiert ausführen. Dann hängt Chrome nicht ein paar Sekündchen lang und reagiert auf überhaupt gar nichts. Das ist allerdings auch so ziemlich das einzige Beispiel. Mit meinem Setup bei aktivierter OpenVPN-Route, offenem Chrome Browser, Tweetdeck, Chatprogrammen und co kommt das Surface gut zurecht. Wenn ein Programm nicht ganz so flüssig ist wie es sein könnte, dann liegt es meistens daran, dass Entwickler dieses Programms nicht zwingend bedacht haben dass eben nicht unendlich viele Ressourcen zur Verfügung stehen.

Zurück zur Usability

Genug Offtopic, mit dem Surface Pro 4 bin ich generell zufrieden. Viele finden oben beschriebene Fehler aber so drastisch, dass sie mehrfach Austauschgeräte über Garantie anfordern. Ich finde das Fiepen nicht besonders störend und hoffe darauf, dass das Displaygeflackere eine einfache Treiberanpassung sein kann.

Vom Konzept her ist das Surface sehr portabel, mit 12 Zoll ist der Bildschirm meines Erachtens zu groß für ein Tablet. Mit dem Kickstand und dem Gewicht von knapp über 800 Gramm ist das Surface für ein Tablet recht schwer. Es stellt so aber für mich den idealen Schnittpunkt aus Tablet und Laptop dar.

Im Zug sitze ich meistens an ausklappbaren Tischen. Daran kann das Surface entweder angelehnt werden kann oder gleich ganz drauf steht. Für einen Laptop und für Tipparbeit schließe ich aber wirklich immer das Type Cover an. Es gibt zwar den Tablet-Modus in Windows 10, in den muss man sich aber Bedien-Technisch hereinfuchsen muss. Für Vieltipper ist der Tablet-Modus auch nicht geeignet. Mal eben ein Video angeschaut. Mal kurz ein Skype-Telefonat. Solche Dinge funktionieren über den Tablet-Modus. Stelle ich mir aber vor damit auch produktiv arbeiten zu müssen hätte ich dann doch lieber das Type Cover und eine wenn auch kleine Fläche zum abstellen.

Apropos Type Cover

Das Surface wäre nie in meine Wahl gekommen, hätte das Type Cover keine solch guten Rezensionen bekommen. Dies stellt vom Tippgefühl her die altbekannte Macbook-Membran-Tastatur zum andocken dar. Wer Wert auf die etwas unsichere Methode der Fingerprint-Entsperrung oder modische Accessoires wie Alcantara legt, muss für die Tastatur ganze 179€ UVP oben drauf legen. Stolzer Preis für eine Tastatur, das ist es aber wert. Getippt werden kann wie auf einem MacBook und damit geht überhaupt nichts an Tippgefühl verloren.

Den Anschlagspunkt nenne ich „knackig“. Er ist hörbar und fühlbar, allerdings bei weitem nicht so laut wie bei einem Cherry MX-Blue Keyboard. Für eine Dicke von nur 5 Millimetern ziemlich beachtlich. Natürlich gibt es auch Tasten mit Hintergrundbeleuchtung.
Die Tastatur ist an den unteren Rand des Surface magnetisch andockbar. Flach auf dem Tisch liegend könnte man die Tastatur zwar verwenden, das ist aber ergonomisch nicht so ganz hilfreich.

Im Laufe der Jahre hat Microsoft gelernt und hat den Tasten auf dem Type Cover einen vernünftigen Abstand gegeben. Die Tasten lassen sich leicht erfühlen und auch Blindtipper können sich schnell eingewöhnen. Das war beim Type Cover vom Surface 3 noch nicht der Fall. Mit dem Type Cover habt ihr dann einen klassischen Laptop vor euch, der dank des Ständers ein bisschen mehr Platz nach Hinten benötigt. Der Abstand zwischen angedocktem Type Cover und der Taskleiste von Windows ist allerdings dann recht knapp. Die Taskleiste ist dann mit dem Finger nur nach etwas Eingewöhnung zu bedienen. Mit dem Trackpad auf dem Type Cover und dem Surface Pen habt ihr aber wieder zwei andere Möglichkeiten das Surface zu bedienen.

Die Bedienung

Dank des Type Covers und dem Surface Pen benötige ich fast keine Maus mehr. Es gibt einige wenige Anwendungen die Features besitzen die auf ein Mausrad angewiesen sind. (z.B. die Desktopicons auf dem Desktop kleiner machen – Markieren -> Strg+Mausrad). Dank dem Windows Suchindex benötige ich aber fast keine Desktopicons mehr. Für Mausrad-Vermisser gibt es dann auch die Arc Touch Mouse in einer Spezialversion für das Surface. 60€ wird dafür momentan fällig, sofern man auf „Microsoft zertifizierte Handelspartner“ verzichten möchte. Für zertifizierte Händler oder direkt im Microsoft Store müsste man noch einmal 20€ draufschlagen.

Windows unterscheidet zwischen Surface Pen und der Eingabe mit dem Finger. Ganz clever ist dies in der Bedienung von Websites. Diese lassen sich unkompliziert mit dem Finger scrollen, vergrößern und verkleinern. Sofern dann Text markiert und kopiert werden soll greife ich meistens zum Surface Pen. Der Pen stellt für das System und alte, noch nicht auf Touchbedienung angepasste Software (VLC Media Player, IrfanView und co) die einzige Mausbedienung dar. Diese Anwendungen können zwar auch mit dem Finger bedient werden, was aber dank der oben beschriebenen Skalierungsprobleme eher schlecht als recht funktioniert.

Fazit

Alles in Allem bin ich sehr zufrieden mit dem Surface. Zwar zahlt man dafür einen hohen Preis, hat dann aber ein System um das sich Microsoft kümmert. Nicht Hewlett-Packard, nicht LG, Dell und co. Für Probleme wendet man sich an Microsoft und inzwischen mehr an eine Comunnity aus Nutzern anstelle an einen Support der einen Tag später als die versprochenen 48 Stunden mit einer computergenerierten „Lies bitte diese Hilfeseiten“ Mail antwortet.
Die Leistung vom Modell mit i5-Prozessor ist vollkommen ausrechend, nur der RAM-Speicher macht sich manchmal bemerkbar.

Dank des Konzepts ist das Surface Pro 4 sehr variabel einsetzbar. Im Zug hole ich es meist für die PDF des aktuellen Handelsblatt heraus, dann als einfaches Tablet. Wenn es dann mal in ernsthaftes Getippe geht kann schnell das Type Cover genommen werden und innerhalb kürzester Zeit steht ein klassischer Laptop vor dir auf dem Tisch.
Das Surface ist also immer eine Empfehlung wert. Gerade die Leute die keine Lust auf irgendwelche Treiber-Inkompatibilitäten haben könnten nun durch den Preisdruck von immer mehr Herstellern die mit ähnlichen Geräten deutlich günstiger auf den Markt kommen profitieren. Ein Tablet-Gefühl kommt zwar nicht unbedingt immer auf, dafür ist das Surface zu schwer. Allerdings hat man mit dem Surface einen sehr gut einsetzbaren und vor allem leichten Laptop, der auch in der Tasche nicht viel aufträgt und der „mal eben schnell“ mitgenommen werden kann.