IVPN.net nun mit eigener App

Ein kleines Manko des relativ guten VPN-Diensts IVPN war es immer, dass die Konfiguration abseits von Windows immer etwas umständlicher war.
So musste man sich für iPhones und Androids OpenVPN-Apps herunterladen und mit diesen Konfigurationsdateien laden um sich überhaupt verbinden zu können.

Mit einer neuen App ist das nun anders. IVPN holt den Konkurrenten NordVPN ein und bietet jetzt ebenfalls eine App, die zudem auch noch einfacher aufgebaut ist. Herunterladen, den Server auswählen, die Meldung von Android bestätigen und schon ist man verbunden.
Der große Vorteil der eigenen Apps ist dann, dass nicht mehr mit Konfigurationsdateien die sich auch mal ändern und aktualisiert werden gehandhabt werden muss.
Ein weiterer Vorteil wäre dann die Integration der eigenen Services. IVPN bietet zu dem VPN-Service auch Obfsproxy an, mit denen Touristen in Ländern in denen das Internet immer weiter zensiert wird ihre gewohnten Dienste weiterhin nutzen können und so z.B. bei einem dringenden Vorfall auf der Arbeit weiterhin reagieren können.

Gerade die Funktionen sprechen auch für den dennoch äußerst teuren VPN-Service von IVPN. Ebenfalls spricht die Einstellung des Affiliate-Programms für IVPN, damit Empfehlungen und Reviews für den Dienst nicht auf Basis von Werbeprofit-Gedanken erstellt werden können.

IVPN
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Developer: Privatus Limited
Price: Free
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IVPN - Privacy & Security VPN
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Modern Keyboard: Fingerprint da wo er sein sollte

Mit dem Modern Keyboard hat Microsoft die Sensorik für den Fingerprint dahin gebracht wo er sein sollte. In einer Taste.
Vorbei sind die ganzen Laptops mit dem „Drüberwisch-Schlitz“ – Microsoft sagt nun wo es hingeht.
Ein kurzer Test.

Das Modern Keyboard von Microsoft. Hier mit der Modern Mouse und dem Surface-Stift dargestellt. Bildquelle: Microsoft Store

Letztendlich ist das Modern Keyboard nichts anderes als das Surface Keyboard in Variante Premium. Auch vom Preis. 140€ ist ein sehr stolzer Preis und eher auf Ebene Apple als auf Ebene Microsoft-Zubehör. Da das Modern Keyboard die Antwort auf Apples Magic Keyboard ist, kann man diese Preisgebung aber auch verstehen.

Nach einer besonders langen Zeit nach der US-Version des Keyboards ist es nun endlich auch in deutschem Layout verfügbar. Hier wundert es mich ein wenig, weil ich diese Symptomatik bei vielen Geräten mit Fingerprint-Einheit wieder erkenne, auch Laptops mit Fingerprint benötigten seit jeher relativ lange Zeit zwischen US und EU-Versionen. Aber nun zurück zum Keyboard…

Setup

Zum Aufbau des Keyboards muss das Keyboard einmal zwingend per mitgeliefertem USB-Kabel angeschlossen werden. Sofern der Rechner Bluetooth zur Verfügung hat kann das Kabel aber auch nach ein paar Minuten wieder abgezogen werden. Einige Minuten sollte das Keyboard aber dennoch per USB angeschlossen bleiben, da der Fingerprint-Reader deutlich zeitverzögert eingerichtet wird. Länger als 5 Minuten sollte der Prozess allerdings nicht dauern.

Das Keyboard verbindet sich erst per USB und danach vollautomatisch per Bluetooth, ist es per USB angeschlossen wird USB als Verbindung bevorzugt behandelt. Das Kabel ist also nicht nur zum Laden der Tastatur vorhanden. Eventuelle Bluetooth-Dongles können dann vom Rechner abgezogen werden. Ohne Bluetooth und ohne USB geht allerdings verständlicherweise nichts.

Fingerprint

Der Fingerprint Reader befindet sich in einer Taste. Damit wirbt Microsoft aktiv. Platziert ist die Taste dort wo auf anderen Keyboards die rechte Windows-Taste ist. Außer dem Fingerprint kann diese Taste aber auch nichts weiteres.
Um den Fingerprint zu scannen muss diese mit dem passenden Finger gedrückt werden – das war es auch schon mit der ganzen Funktion. Der Scanvorgang geschieht gewohnt schnell und dank der vermutlich größeren Scanfläche als die USB-Dongles alle bieten können in der Regel Fehlerfrei.
Eine weitere Funktion hat die Taste leider nicht, ich wäre davon ausgegangen dass sie außerhalb von Fingerprint als zweite Windows-Taste fungiert – das ist allerdings nicht gegeben.

Die gesamte Fingerprint-Funktion funktioniert laut Microsoft erst ab Windows 10. Für Nutzer älterer Systeme ist also das deutlich günstigere Surface Keyboard ohne Fingerprint geeigneter.

Aufbau

Im letzten Jahr zeigt sich deutlich dass Microsoft sich auf Zubehör fokussiert. Gerade mit den Type Covers vom Surface beweist man grandios, dass man Tastaturen meisterhaft bauen kann. Beim Modern Keyboard ist dies nicht anders. Für den stolzen Preis gibt es ein Keyboard welches vom Tippgefühl kaum Wünsche offen lässt – und das sage ich nach einem Umstieg von einem mechanischen Keyboard mit Cherry MX Switches.
Das Keyboard besteht ansonsten aus solidem Aluminium. Dies gibt dem ganzen Keyboard eine starke Stabilität und Wertigkeit. Besonders für die relativ schmale Bauweise des Keyboards finde ich das Gerät ziemlich stabil.
Die Größe der fest verbauten Batterie verschweigt Microsoft leider, hier wird nur von einer Laufzeit von bis zu einem Jahr gesprochen. Diese kommt zu ca. 60% geladen und kann mit dem beigelegten USB-Kabel auch im laufenden Betrieb wieder geladen werden. Eine kleine LED über den Pfeiltasten zeigt hier an ob voll oder nicht – weitere und genauere Ladestandsanzeigen (auch digital in Windows) gibt es leider nicht. Eine Akkustandsmeldung falls die Batterie leer wird sollte es aber hoffentlich geben. Falls es soweit ist werde ich hier berichten.

Einzig und allein Tastenbeleuchtung ähnlich der Type Covers könnte fehlen, meist arbeitet man aber nicht in völliger Dunkelheit und in der Regel kann man Blindtippen – daher wäre dies auch Meckern auf hohem Niveau.

Clever finde ich die Tastatur-LEDs für Num-, Scroll- und Caps-Lock in den Tasten direkt. Gegenüber zum Wireless Desktop 900 Tastatur/Maus-Set von Microsoft ohne Status-LED eine elegante Ergänzung des „Platzproblems“ in schmaleren Keyboards.

Fazit

Man könnte zwar meinen das Modern Keyboard ist nur ein weiteres Keyboard aus dem Repertoire von Microsoft. Man sollte allerdings gerade dem Modern Keyboard etwas mehr Aufmerksamkeit zeigen. Besonders im Vergleich zu den vorherigen Keyboards von Microsoft zeigt sich der rasante Fortschritt deutlich – es gibt wenige andere Hersteller die mit diesem Fortschritt in dem Bereich Schritt halten können.
Für den Preis finde ich das Keyboard allerdings fast schon zu teuer. Nutzer sollten sich eindeutig überlegen ob sie den Fingerprint-Reader benötigen. Besonders weil das Surface Keyboard mit ca. 80€ dennoch deutlich günstiger ist und ein kleiner USB-Fingerprintreader aus Fernost mit gerade einmal 15€ nicht allzu sehr zu buche schlägt.
Der einzige Vorteil des Modern Keyboard ist also der Fingerprint in der Taste per Bluetooth – der ein klassischer Fingerprint-Reader in unauffälligem Design ist. Ob dies ein Preisunterschied von 60€ wert ist muss jeder für sich entscheiden.

Das Keyboard ist im Store von Microsoft oder in den meisten Shops eures Vertrauens seit kurzem erhältlich,
zum Beispiel im aktuellen Bestpreis von 110€ bei voelkner (Affiliatelink – Stand KW5 2018)

. Einige Shops weisen allerdings weiterhin ein Verfügbarkeitsdatum von Mitte Februar 2018 aus.

Gedanken über Yomo und die Zukunft der Zahlungssysteme

Yomo, Fidor, N26 oder DKB, jede Bank versucht momentan irgendwie innovativ zu bleiben. Man hat viel zu spät festgestellt dass sich Deutschland viel zu fest ins Giro-System gefahren hat und hält nun dank PayPal und co nicht mehr mit den Innovationen mit.
Das ist ohne Zweifel ein Problem für jedes Geschäft, unabhängig worum es geht. Besonders schädlich fürs Giro-System ist die stetig fortschreitende Globalisierung, und damit ein Bedarf an immer internationaler werdenden Zahlungssystemen. Per Konzept könnte Giro das, SEPA und Giro haben sogar bedeutende Vorteile gegenüber anderen Systemen. Es ist nur eben nicht international adaptiert worden.

https://pxhere.com/en/photo/1382484

Jetzt ist man also am Zug und stellt fest dass der Zug von vorgestern tatsächlich pünktlich abfuhr.

Yomo als Projekt der Sparkassen. N26 als verständlicherweise gescheiterte „Alles-ist-kostenlos“ MasterCard. Fidor als eigene Bank die spezielle Bemühungen z.B. mit einer Kartensymbiose aus Maestro-Giro und MasterCard darstellt. DKB die inzwischen aktiv versuchen MasterCard wie von Giro gewohnt günstig zu machen. All das sind Projekte die versuchen die Kinder von heute irgendwann zum Konto zu bringen.

Eines Tages hörte ich einen Grundschüler im Bus wie toll es doch sei im Internet auf AliExpress Spielzeuge zu finden und dann auch zu bekommen.
AliExpress sitzt einmal auf der anderen Seite der Weltkugel, ist also absolut nichts fürs Giro-System. Dass es in dem Alter verständlich ist, dass es nur über Papa’s Karten und mit seiner Zustimmung geht ist auch klar. Spätestens aber wenn dieses Kind mit 14 oder 16 Jahren sein eigenes Konto eröffnen kann ist er längst gewohnt dass seine Spielzeuge eben ein- bis zwei Monate benötigen bis sie eben da sind. Er wird aber schmerzlich feststellen dass es auf eigene Faust immer noch nicht möglich ist, solange das Zahlungssystem so bleibt wie es in Deutschland nun mal eben festgefahren ist.
Wäre dieses Kind heute älter hieße diese Methode dann PayPal. Die Banken haben damit mal wieder verloren. Sie bewahren zwar das Geld, aber PayPal wäre zwecks der Währungsumrechnung immer größer und immer mächtiger. Wie es dann für eine solche Firma üblich ist hat man dann sicherlich erstreben auch das Bewahren von Geld insgesamt zu übernehmen. Damit hätten die Banken wie wir sie kennen ein Produkt weniger und sind nur noch dafür da Aktiengeschäfte die aus einem PayPal-Fundus gefüttert werden zu erledigen.

Des Rätsels Lösung ist also meines Erachtens die Globalisierung der Zahlungssysteme, das hat nur blöderweise eben auch schon jemand getan. MasterCard und Visa eben.
Mit einer MasterCard kann dann ein jugendlicher auf seinem ersten Langstrecken-Flug auch mal das Hotel im Urlaub zahlen und wird nicht mit „oh, these germans – we only accept MasterCard or Visa when you haven’t booked using PayPal“ ausgelacht.
Das Ziel ist also anscheinend MasterCard oder alternativ Visa. Blöderweise kostet das eben per Konzept auch ein bisschen.

Bei jeder Transaktion zahlt ein Händler eine immer kleiner werdende Gebühr an die Bank. Sie wird immer kleiner weil selbst MasterCard verständlicherweise das Erstreben hat das Zahlungssystem und deren Akzeptanz weiter auszubreiten. Hätte ein Kioskbetreiber damals 10% für das verkaufte Sonntagsbrötchen abgeben müssen wäre die Bank zwar in goldenen Zeiten, der Kioskbetreiber hätte aber seine Mühe selbst seinen Lohn zusammenzubekommen, solange er das Sonntagsbrötchen nicht direkt 10% teurer macht.
Nun also kann man von Glück reden wenn der Händler vielleicht ein oder zwei Prozent zahlen muss. Damit steigt die Akzeptanz, da man das ohne Probleme auch in Mindestlohn-Zeiten von der angeplanten Profitspanne abziehen kann.

Genau dies war das Verhängnis vom N26-Projekt damals. Man erkannte dass Deutschland Bargeld liebt und das relativ schwer zu umgehen ist. Damals machte N26 alles von der MasterCard kostenlos. Auf meine Frage wie man denn anfallende Kosten refinanziere wenn man denn nur MasterCard anbietet kam die lockere Antwort dass das mit den Händlergebühren der direkten Zahlungen locker refinanzierbar sei.
Nun hat N26 Begrenzungen im Bargeldbezug, weil die Kosten hier eben nicht refinanziert wurden.

Also stellt sich hier genauer die Frage wie man denn den Kunden ihre Bargeld-Verliebtheit belassen kann ohne sie auf Deutschland zu binden.
GiroCard und MasterCard, bei MasterCard fallen Bargeld-Gebühren zwar unweigerlich an, dafür bei Giro eben nicht – bzw. nicht so explizit wie bei MasterCard. Bargeld ist ohnehin teuer, aber in der Regel refinanzierbar.

Genau das Konzept verfolgen momentan einige Angebote für Vielreisende. Oberhalb der 100€ Jahresgebühren kann man mit einer MasterCard in der Regel weltweit genau so umgehen wie mit einer GiroCard. Die Transaktionskosten werden hier in der Regel in voller Höhe von den Jahresgebühren gedeckt.
Um das günstiger hinzubekommen führt kein Weg an einem Kartendouble aus MasterCard und GiroCard vorbei. Durch niedrige Jahresgebühren können notfalls auch durch Bedingungen gedeckelte Fremdwährungseinsätze ohne Probleme bezahlt werden, während Giro weiterhin in Deutschland lebt.

Technisch ist das mit einer Kombination einer Debit-MasterCard ohne Probleme möglich. Die Debit-Card muss einfach nur den gleichen Geldpool ansteuern, der auch hinter einer GiroCard steckt. Beschränkt werden können die anfallenden Kosten durch Gebühren der Nutzung an deutschen Geldautomaten, bei denen die GiroCard genommen werden sollte. Bei Auslandstransaktionen können Kosten dann wenn sie in Grenzen wie z.B. Urlaubs-Typische Muster  eingesetzt werden refinanziert werden. Sei es durch Kontoführungsgebühren oder Kreuzfinanzierung eines Banken-Handels.

Yomo zumindest ist das warum auch immer weiter GiroCard gewordene Projekt der Sparkassen um die junge Kundschaft zu gewinnen.
Es könnte einige Vorteile haben, wenn es sie denn nutzen würde. Abseits des oben genannten Zusammenspiels zweier Zahlungssysteme wäre im Giro-System bereits damit geholfen wenn das Ziel eines einheitlichen Sparkassen-Kontos auch eingehalten wird.

Einheitlich bedeutet für mich dass es egal ist wo ich Geld abhebe oder einzahle. Selbst hier ist Yomo wie jede andere GiroCard auch noch regional gebunden. Vielleicht existiert dies um Geldwäsche und ähnlich dubiose Tätigkeiten zu verhindern, aber der technologische Fortschritt lässt auch andere Herangehensweisen zu, um solch Tätigkeiten zu entdecken und zu unterbinden.
Egal wo in Deutschland, da wo ein Maestro-Logo ist gebührenfrei abheben und einzahlen können. Das ist ein Schritt um den Vorteil des unbegrenzteren MasterCard-Systems hin zur GiroCard zu holen.
Klar wäre das zwischen den Banken sicherlich wegen Kabbeleien um Kostenteilung nicht ohne weiteres möglich, aber gerade die Sparkasse könnte hier als Verband trumpfen und sogar ähnliche Verbünde wie die Volksbanken dazu bewegen ähnliches zu entwickeln.

Es muss nicht alles MasterCard heißen, es muss allerdings die Globalisierung betrachtet werden. Das Kind mit Spielzeugen aus Fernost wird sehr früh kennen gelernt haben was die Globalisierung bedeutet – auch wenn dadurch drastische Einschränkungen des lokalen Einzelhandels einherschreiten. Gewerbe und Bank muss sich anpassen oder wird in Vergessenheit geraden, das ist der Kreislauf der Wirtschaft ohne den kein Fortschritt existieren kann.
Das zählt auch und insbesondere für Banken. Wer die Gedanken dahingehend vernachlässigt, der wird früher oder später auf der Wartebank landen.

Was erwarte ich also in Zukunft?

Es gibt einige Punkte und einige Kleinigkeiten die meines erachtens Banking und Bankgeschäfte weiter bringen könnten. – Vollkommen abseits des Zahlungssystem-Mix wenn man über den deutschen Tellerrand schaut.

Punkt 1: Online-Banking. Schaut euch Buhl Data an. Mit Steuersoftware seit jeher im Rennen versuchen sie seit einigen Jahren Bankingprogramme zu machen. Natürlich nicht als Bank, sondern als reines Programm. Das macht aber vieles anders.
Total schätzen gelernt habe ich kurioserweise ganz simples: Kommentare zu Buchungssätzen. So wird aus „IHRE PAYPAL ZAHLUNG AB43984987T8ABZ AN GEARB“ (weil einfach nicht mehr in den Verwendungszweck passt) ein „Der Xiaomi Bluetooth Lautsprecher“. Wäre es etwas Steuerrelevantes könnte ich für die verzahnten Buhl-Systeme auch gleich den Haken dafür setzen.
Der Verwendungszweck einer Folgelastschrift hilft oftmals absolut nicht weiter wenn du mal eben schnell wissen willst wie alt so ungefähr der gerade kaputt gegangene Lautsprecher nun war…
Und seien wir mal ehrlich, bei der Kreditvergabe wäre es doch immens hilfreich wenn man Bankintern nicht einfach nur sieht, dass jemand „X Zahlungen an einen Shop startend mit den Buchstaben GEARB“ hat, sondern detailliert was genau gekauft wurde. Man kann sich zwar nie sicher sein dass der Kommentar genau das beinhaltet, aber genau das erlaubt doch eine deutlich feinere Entscheidung wofür ein Kunde sein Geld eben so ausgibt und demnächst ausgeben wird.

Punkt 2: Ich traue den Banken schon ein gewisses Maß an Sicherheit zu, habe aber so meine Bedenken wenn ich mir vorstelle wie schwer es z.B. mein Freund hätte auch bei bekannten Personendaten in meinen Google-Account zu kommen. Er klickt dann auf „Passwort zurücksetzen“ weil er die Mail ja kennt und bekommt dann erst einmal eine Meldung „Stelle bitte sicher dass zumindest dein Smartphone in der Nähe dieses PCs ist – du hättest ebenfalls einen YubiKey im Account registriert, statt dem Smartphone könntest du mir auch Codes von diesem YubiKey geben.“
Stelle ich mir das Banking vor komme ich mit Daten die ich an beinahe jeden Shop gegeben habe und einem per Konzept kurz gehaltenen Passwort hinein. Kann dann dank ChipTAN zwar immer noch nicht viel machen, habe aber so ziemlich alles um eine Zielperson exzellent per Social Engineering anzugreifen.
Ich finde es wird so langsam Zeit für zwei-Faktor-Login bei Banking. Der Zweite Faktor ist zwar eh bei Überweisungen fällig, also warum nicht auch beim Login?
Außerdem, TAN-Listen sind unsicher, SMS- und Push-TAN ist quasi unsicher weil das generierende Gerät schließlich Netzwerkverbindung hat, bei den photoTAN-Geräten ists das gleiche.
Ich beginne sogar den VPN-Login per Token-Nummerngenerator am Schlüsselbund für sicherer zu halten als das was viele Direktbanken aktuell an TAN-Möglichkeiten bieten.
Die Banking-App des Smartphones bittet also zur Einsicht der Kontoumsätze dann halt einmal um den Fingerprint, für die Überweisungen muss dann halt kurz der NFC-YubiKey rangehalten werden und die NFC-kontaktlos-Funktion der Karte einmal eingelesen werden. Verglichen mit ChipTAN hat man dann ähnliche Sicherheit, zwar nicht auf die Überweisungsdaten gebunden, aber der Nutzer hat in dem System auch noch keine TAN eingegeben.
Yomo der Sparkassen ist komplett TAN-los (habe ich gelesen, ausprobiert noch nicht) – und genau davor gräuelt es mir. Da mag das Login-Passwort noch so sicher sein, vertippt und eine 0 zu viel und ohne jede weiteres ist eine Transaktion eben raus. Dann muss wieder aufwendig ein Rückbuchungsprozess eingeschaltet werden und so weiter. Diese Bürokratie kann man minimieren in dem man einfach nutzt was aktuell existiert. VPN-Token für den Preis eines ChipTAN-Geräts, bestehender oder neuer YubiKey, oder eben eine Symbiose aus beidem – Auf dem Desktop eine Überweisung wird abgelehnt da das mit dem Konto verbundene Smartphone nicht den gleichen Standort aufweist und (wie recaptcha von Google es ja auch macht) die Überweisungsdaten zu langsam oder zu schnell oder zu unüblich verglichen mit den letzten Eingaben eingetragen wurden.
Es ist genügend Technik vorhanden um zu bestimmen ob die Person die ist die man vorzugeben scheint, sie muss nur genutzt werden.

Punkt 3: Es gibt eigentlich genügend Projekte um die Bankkarten weiter zu betreiben. MasterCard probiert sich mit Fingerprint-Readern, Curve bündelt verschiedene MasterCards unter einer physischen Karte, aus Deutschland kommen dann so projekte wie N26, die zwar ambitioniert sind, aber für den Markt auf den sie ausgelegt sind eher ineffektiv sind, weil sie im Grunde genommen halt auch nur eine weitere Prepaid-Karte sind.
Warum verbindet man so etwas nicht und bündelt unter einer Karte mit Fingerprint statt PIN nicht wie Curve z.B. auch Girocards an? Eine MasterCard-Nummer rechnet per Debit-Verfahren bei einer Bank ab – Abrechnung dann wie als hätte man seine GiroCard verwendet.
In Amerika sind Burner-Cards für Online-Zahlungen gang und gebe – hierzulande sitzen wir halt auf unserer MasterCard Nummer, einmal-Zahlungsdaten ähnlich privacy.com gibt es fast nicht. Im Giro-System mag das alles elektronisch abgesichert sein, aber sobald es an die Symbiose mit MasterCard geht, sollte auch darauf geachtet werden.

iOS rechnet seit längerem falsch

Der WTF des Tages – diesmal wieder von Apple. Ähnlich wie die Zeitumstellungsprobleme trifft es jetzt die Taschenrechner-App.
Bedient man diese nicht äußerst langsam rechnet sie grundsätzlich falsch.

 

Das existiert jetzt nicht nur in aktuellen Beta-Softwares für iPhones und iPads, sondern ist seit der Stable-Version von iOS 9 so im System drin.
Nachvollzogen auf aktuellem Versionsstand 11.0.3 und einem eher sehr alten iOS 9 von Golem.

Der Workaround liest sich genau so lustig: Die Taschenrechner-App auf iPhones und iPads besonders langsam bedienen und Eingaben nachprüfen.
Ein Bugfix steht noch aus, vermutlich wird daraus ein langwieriger Prozess, da der Fehler doch sehr stark an die jährlich wiederkehrenden Zeitumstellungs-Probleme erinnert.

 

UPDATE: Mit 11.2 passt wieder alles, eine zu lang laufende Animation auf die halt nicht getippt werden konnte verursachte das alles…

Amazon und Google machen den Orwell’schen Teleschirm Salontauglich

Es ist interessant zu sehen wie die Technik voranschreitet. Nicht auf der technischen ebene, sondern auf einer rein philosophischen.
Vielleicht habt ihr Orwells 1984 bereits gelesen oder vielleicht auch nicht. Seit Jahren sagt man diesem Buch nach, es würde exakt das wiedergeben was eben in der Welt so passiert, nach dem Tod von Orwell selbst. Es stellt ziemlich exakt dar wie die Kontinente nun wirtschaftlich funktionieren und wie die Politik der einzelnen Länder sich im Groben entwickelt.
Man mag vielleicht finden, dass man zum Glück noch nicht in der von Orwell beschriebenen Welt lebt – aber durch die aktuellen Entwicklungen wird diese Welt Stück für Stück immer normaler.

https://www.flickr.com/photos/markhillary/12296057236 (CC BY https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/)

Drohnen als „der große Bruder“

Drohnen, fürs Filmen super, für Geheimdienste super. Ich schätze mal dass Geheimdienste nichts anderes einsetzen als das was Endkunden eh schon auf dem Drohnenmarkt kaufen können. Es gibt sogar eine Nachfrage – auch von Leuten die ihren Stadteil filmen und auf YouTube hochladen möchten.
Es ergibt unter Umständen tatsächlich nettes und hilfreiches Videomaterial. Das allermeiste davon filmt etliche der Gärten, die Google mit den Streetview-Kameras eh schon fotografierte. Nur ist Google daran gerichtlich gescheitert. Streetview darf in Deutschland aus diesem Grund noch nicht flächendeckend ausgerollt werden – es verletzt die Privatsphäre anderer Leute.

Genau das tut eine Drohne per Konzept. Nun haben die Drohnenhersteller aber einen Anwendungszweck dafür gefunden, warum die Menschheit so etwas brauchen könnte. Ein Video ist letztendlich tatsächlich sogar noch viel mehr als ein simples Serienfoto der Vorbeifahrt über den Gartenzaun hinweg.
Es wird also immer normaler dass Drohnen über unsere Köpfe hinwegfliegen. Es wird immer egaler was diese nun wirklich tun und wem diese gehören. Die neue deutsche Kennzeichnungspflicht schreibt nun vor, dass der Eigentümer der Drohne auf dieser zu stehen hat.
Aber interessiert es Leute dann noch ob der Eigentümer jetzt der deutsche Bundesnachrichtendienst oder der eigene Nachbar oder der Filmproduzent in der gesperrten Straße nebenan ist?

In Orwells Buch gibt es den Großen Bruder. Da er alles sieht muss man sich zwingend Regelkonform verhalten und hat relativ bald Strafen zu fürchten, wenn man sich nicht an diese hält. Herr Orwoll hat sich 1948 sicherlich noch keine Drohnen oder eine Videoüberwachung a la Großbritannien vorstellen können. Daher schrieb er auf der abstrakten Ebene vom „großen Bruder“ als fiktive Person oder fiktiven Gegenstand der genau das darstellen soll.

Das „Ministerium für Wahrheit“ gegen Fake News

Die Falschinformationen die schon Donald Trump groß zum Wahlkampfthema gemacht hat und sie selbst für seinen Wahlkampf nutzte sind ein weiteres Thema welches mich stark an Orwell erinnert. Gerade die EU versucht momentan eine Art „Nachrichtenministerium“ zu bilden und hat bereits Facebook dazu verpflichtet Teams einzusetzen die Fakten von Beiträgen prüft und bei unzureichender Faktenlage löscht.
Websitebetreiber müssen Falschinformationen löschen, wenn sie darauf aufmerksam gemacht wurden. Der Schritt hin zu einer Nachrichtenagentur a la China, die der Presse erlauben muss Artikel zu veröffentlichen ist nicht mehr weit. All das wird nun als Vorteil für den jeweiligen Nutzer angepriesen. Es gibt ja immer einen Vorteil dadurch.

Das „Ministerium für Wahrheit“ stellt genau das dar. Alles handschriftliche wird kontrolliert, das einzige was sicher ist sind die Gedanken, die aber durch Mundpropaganda entstehen, die wiederum der „Große Bruder“ definitiv mitbekommt.

 

Google Home, Amazon Alexa als ein Teleschirm

Verblüffende Ähnlichkeit mit Orwells „Teleschirm“ hat Amazon Echo Show. Das Gerät stellt wohl ziemlich exakt dar, was Orwell damit meinte. Zwar wird über den Lautsprecher noch keine Propaganda verbreitet. Für Werbung ist zumindest Googles Alternative „Home“ auch schon verwendet worden.
Die Nutzer haben nun einen Vorteil davon sich einen Teleschirm ins Haus zu stellen. Ganz wie in Orwells 1984 wird dadurch eines Tages sicherlich die einfache Videotelefonie möglich. Die normale Telefonie ist ja bereits jetzt schon per Zuruf möglich. Dass Amazon Echo und Google Home regelmäßig einzelne Gesprächsfetzen und vollständige Sätze an Google überträgt ist hinlänglich bekannt (siehe 1, siehe 2, und noch einer – wobei TheRegister eher allem möglichen monoton kritisch gegenübersteht).
Es ist sicherlich kein großer Schritt mehr in Richtung personalisiertem Google-Home-Wahlkampf durch die Search History und die Tischgespräche im Raum. Es ist ein Kinderspiel für Google sämtliche Google Home Geräte darauf zu trainieren bei Parteinamen die „Verbesserung der Erkennung des Okay Google Keywords“ einzuschalten und eben jenen Abschnitt über das Familien-Tischgespräch einzelner Parteien kurzerhand auf die Firmenserver zu übertragen. Natürlich gibt es die „Mikrofon aus“-Taste – die aber auch als Markierung dienen kann dass nun etwas gesagt wird, was für den Bundesnachrichtendienst relevant sein könnte. Das Gerät ist ja weiterhin an und lässt unter Umständen zu das Mikrofon per Sprache dann auch wieder aktivieren zu können.
Die bisher bekannten sozialen Netzwerke wissen ganz genau zu welcher Partei du nun tendierst, sei es durch die besuchten Websites mit Teilen-Buttons oder einfach nur aufgrund dessen was du anschaust. Da sie zwingend versuchen müssen für euch relevant zu bleiben ist das ganze Konzept darauf ausgelegt für euch relevante Informationen zu finden. Wieder ein Vorteil für euch.

Wir gleichen uns immer weiter an

Es geht also immer weiter in Richtung Orwell. Nur eben modernisiert für unsere Welt. Das interessante daran ist nicht der Fortschritt, sondern die Normalität mit der wir uns einen Amazon Echo Show ins Haus stellen, die Normalität die sicherlich irgendwann einkehren wird wenn gelegentlich eine Drohne über unseren Köpfen liegt. Vielleicht sehen wir dann sogar die Kinder die mit eben jener spielen oder das Fernsehteam das diese gerade verwendet. Vielleicht denken wir uns dann einfach nur dass um die Ecke in einem hohen Stockwerk jemand auf dem Balkon sitzt und seine Drohne Gassi-Fliegt…
Wir mögen es vielleicht komisch finden, dass ein Attentäter Minuten nach den Eilmeldungen bereits feststeht, die Technik wird ja auch immer besser. Wir denken gar nicht erst an eine Falschmeldung. Die Wahrheit ist das was uns vorgespielt wird, keiner denkt darüber nach. Dass die Wahrheit am nächsten Tag korrigiert wird weil nun die Exekutive herausgefunden hat wer es nun wirklich war erscheint uns dann auch immer normaler. Vorerst war es halt jemand anders…

Ein SPG Hotel ohne alles, aber mit Ruhe

Es gibt drei Klassen von Unterbringung. Einmal die absolute Billigklasse mit dem Schlafsaal voller Matratzen auf Holzplatten bei dem die Füße zum Diebastahschutz eher auf dem Koffer liegen sollten und die normalen Hotels fernab von allem was sich „zentral“ nennen kann – ohne jeglichen Service, mit Reinigungsgebühr wenn der eine Stuhl hinterher nicht ganz genau auf dem Millimeter steht wo er stand. Dazwischen sind dann die Apartments die für ihren Preis relativ viel Platz bieten, meistens aber auch nur für die Leute geeignet sind die öffentlichen Nahverkehr mögen.

Dann gibt es die Kettenhotels, die sich ohne Bonusprogramm-Tricks von den Preisen her überhaupt nicht mehr lohnen geschweige denn Konkurrenzfähig wären. SPG, Marriott, Hyatt und co.

In genau einer dieser oberen Klassen ist jetzt ein SPG-Hotel aufgetaucht dass einen auf unterste Leistungsklasse macht. Genialerweise wirbt man auch mit allen Vorteilen die ein sehr dezentrales Matratzenholzplattegruppenzimmer-Haus bietet. Kein Mobilfunkempfang, nix anderes bis auf eben diese eine Matratze und das Gruppenklo nebenan.

https://www.youtube.com/watch?v=8IXwSmIqhcc

Nun gut – als Einzelzimmer dann schon – immerhin 9 Quadratmeter und in einer absolut ruhigen Gegend.
Im Gegensatz zu Youhavebeenupgraded finde ich das Ding eigentlich relativ nett – wenn auch sehr extrem vom Konzept her. Das Hotel macht einen auf Kloster, nur eben ohne die Kirche. Absolutes Redeverbot beim Essen, Wasserkaraffe im Zimmer – für round about 200€ die Nacht.

Zum Wanderurlaub stelle ich mir das wunderbar vor und es ist dafür in der besten Lage.
Das Konzept muss glaube ich so streng gehalten sein um Touristen tatsächlich Konzept-Konform zu halten, würde man da etwas lascher angehen würde es in kürzester Zeit ausarten und damit letztendlich keinen Profit mehr abwerfen.

Das ganze als Website gibts dann hier, sicherlich auch mit Buchungsmöglichkeit über euer favorisiertes Buchungsportal.

Das elektrische Skateboard „Lou“ auf der IFA 2017

Eine der Dinge die mich damals auf Kickstarter ziemlich instant gefesselt haben ist ein elektrisches Skateboard namens Lou von einer bis dato recht unbekannten Firma SoFlow.
Man suchte Geld um Skateboards unterschiedlicher Klassen entwickeln und auf den Markt bringen zu können. Seit dem ich die Kampagne sah drehte sich bei mir fast wochenlang alles um das Thema E-Board. Vielleicht auch weil einer der großen Youtuber – Casey Neistat – ständig auf einem solchen durch New York fährt.

Das Projekt war recht erfolgreich und zumindest in meiner Social-Media-Bubble wurden die kritischen Stimmen immer lauter.
Am Akku kritisierte man dieser sei zu klein um die entsprechende Reichweite zu erlangen. Was entweder stimmen kann oder nicht. Je nach Gewicht und Temperatur kann die Reichweite immer variieren – sogar um mehrere Kilometer.

Nun entdeckte ich die Firma durch Zufall auf der diesjährigen IFA direkt im Startup-Bereich (Halle 26) mit ihren Produkten. Prominent auch das Louboard platziert.
Fahren darf man es wegen rechtlichen Angelegenheiten auf der Messe allerdings nicht, dafür kann das Board auch in allen Details begutachtet werden und soweit ich weiß ohne Person drauf gefahren werden.

Wer also einmal nachschauen wollte wie es um sein ausgegebenes Kickstarter-Geld steht kann in Halle 26c vorbeischauen und auch mal unters Deck auf den wechselbaren Akku und die Elektronik schauen. Das Deck selbst ist per Klettband befestigt – allerdings ist dies eher höherwertiger und wird unter anderem auch in der Raumfahrt eingesetzt. Sand, Wasser und sonstiger Schmutz soll dem Deck und den Klettbändern nicht schaden.
Die Wasserfestigkeit des Boards relativierte man allerdings ein wenig. Abseits davon dass es eh keine so gute Idee ist bei Starkregen ein elektrisches Skateboard zu fahren sollte man dies tatsächlich nicht tun – leichtere Regenschauer seien kein Problem – bei größeren sollte man aber dennoch eher die nächste Haltestelle der öffentlichen Verkehrsmittel vorziehen,
Ein paar Stände weiter gibt es dann ein nächstes E-Board, im direkten vergleich zum Lou-Board tatsächlich sogar noch etwas kompakter wirkend – dafür wirkt das Louboard allerdings deutlich höherwertiger und vor allem unauffälliger.

Wer gleich aufs ganze gehen möchte kann sich das Lou Board auf der Homepage vorbestellen. Die Pre-Order-Phase sei zudem nicht mehr allzu lang versicherte man mir auf der Messe. Da sicherlich aber vorerst Kickstarter-Bestellungen ausgeliefert werden müssen kann sich die Lieferung allerdings auch noch etwas ziehen.

Warum brauche ich einen Assistenten in einer Waschmaschine?

Die IFA steht vor der Tür. Es dreht sich mal wieder alles um den Stand der Technik. Letztes Jahr gab es die Kühlschränke die an der Tür das anzeigten was hinter der Tür ist und Funktionen die Magnete auf der weiterhin magnetischen Oberfläche unnötig gemacht hätten.

Die sind nun irgendwie in der Nische verschwunden – und was kommt jetzt? Die sprechende Waschmaschine. Also „sprechend“ im Sinne von Google Assistant und co. Da kommt mir die simple Frage in den Kopf – Warum zum Teufel soll dieses Gerät jetzt mir irgendwas mitteilen wollen?

Um das ganze richtig zu verstehen: Ich sehe wenig Sinn darin, dass mir eine Waschmaschine alles mögliche erzählen kann. Die einzige Funktion die ich sinnvoll finden würde ist dass sie eben mitteilt sie sei fertig – das war es dann aber auch schon.
Natürlich sind Momente denkbar in denen die Waschmaschine partout nicht ohne Stromsparmodus laufen will weil der Smarte Stromzähler allen Geräten im Haus mal wieder mitgeteilt hat, dass man wieder überm Durchschnitt sei. – Aber das will der Kunde nicht…

Und so beschränkt sich die Funktion eines Assistenten in der Waschmaschine auf das simple „Ich bin Fertig“ – die Wäsche einladen, alles nötige dazugeben und sie dann wieder rausholen muss man trotzdem – ob man sich jetzt nun merken kann dass der Waschgang üblicherweise zwei Stunden braucht oder nicht.

Viel Sinn sehe ich darin also nicht – eher den gleichen Sinn wie 2016 die Kühlschränke für Leute die zu faul sind die Tür mal eben kurz aufzumachen… Entweder eine Waschmaschine tutet laut, wenn sie fertig ist oder man hat die Zeit eh im Zeitgefühl oder das Google Home Gerät meldets eben – das alleine produziert noch lange keinen Wunsch bei Käufern unbedingt eine vernetzte Waschmaschine haben zu wollen. – Oder schätze ich den Markt dafür viel zu falsch ein?

Ein paar Worte über Banken

Vor einigen Tagen wurde mir eine Einladung zum neuen Yomo-Projekt der Sparkassen genehmigt. Seit dem stockt der Eröffnungsprozess. Durch einige Stolpersteine dauert es bei mir trotz einfachem „Durchklick“-Interface leider etwas länger.

Yomo soll es den Sparkassen es wieder ermöglichen junge Kundschaft zu gewinnen. Dank Direktbanken mit bedeutend niedrigeren Gebühren und nicht zuletzt Projekten wie N26 verliert die Sparkasse ihren Grundsatz für zukünftige Kunden. Da Deutschlands Bevölkerung bezogen auf Kontowechsel eher faul ist, entsteht hier ein größeres Problem – zumindest für die Sparkasse.

N26 z.B. ist auf MasterCard-Basis und kostenlos. Damit greift N26 genau den Punkt an, an dem junge Kunden im Zeitalter der Globalisierung den internationalen Handel z.B. in amerikanischen Internetshops entdecken oder schlichtweg auch auf Reisen in andere Länder – auch mal auf eigene Faust – gehen können. Das erste was sie dort feststellen werden: Ihre GiroCard mit der sie in Deutschland quasi überall zurecht kommen ist dort so gut wie nicht zu gebrauchen. Da es in Amerika auch einige „only MasterCard/VISA accepted“ Shops gibt, ist man dann selbst dort schon aufgeschmissen.
N26 macht sich dies zu Nutze und bietet einfach eine Debit-MasterCard auf Prepaid-Basis an. Ohne jegliche Kontoführungsgebühren ist man mit den roundabout 20€ die die Sparkasse jährlich benötigt um exakt das selbe zu tun bereits weit voraus.

Wer sein Konto über den Schüler/Studenten/Ausbildungs/Bundeswehr etc. Zeitraum hinaus verwenden möchte fährt fast auf dem gleichen Gleis. Roundabout 70€ im Jahr, falls das Konto so weiter genutzt werden soll wie man es gewöhnt ist. Natürlich gäbe es günstigere Varianten, die dann aber mit Transaktionskosten bei normaler Verwendung dann doch teurer sind als die nächstteurere Variante.

Direktbanken greifen hier an und graben zumindest momentan den Sparkassen massiv Kunden ab. Die Hemmschwelle dann doch das Konto zu wechseln ist bei 70€ im Jahr also schon erreicht und damit ist das Produkt der Sparkasse meines Erachtens nicht mehr Zukunftsfähig. Viele Kunden wechseln zu Comdirekt, ING DiBa und co. schlichtweg weil diese ihren Kontobetrieb anscheinend günstiger finanziert bekommen als Sparkassen. Die einzigen wirklichen Abstriche sind eine kleinere Auswahl an Geldautomaten – das ist das einzige Pro-Argument welches ich den Sparkassen noch zuordnen würde

Bargeld

Die Banken bemühen sich das Bargeld abzuschaffen, weil das Buchgeld und eine möglichst lange Zeit auf dem Bankkonto für sie profitabler ist. Das Gegenteil davon möchten deutsche Kunden – daher war das Bestreben der Banken in letzter Zeit die Kartenzahlung so einfach wie möglich zu machen.

Bargeld ist unter Umständen auch ein Kostenfaktor. Die Geldautomaten müssen irgendwo stehen, das Geld muss da immer wieder reinkommen und alle Nas lang fällt auch mal einer aus oder stielt den Kunden durch Sicherheitslücken ihre Kartendaten.

Die Sparkassen haben das deutschlandweit beste Netz aus Geldautomaten überhaupt. Man steht irgendwo, sucht nach Geldautomaten und der kürzeste Weg zum nächsten ist mit aller Wahrscheinlichkeit ein Sparkassenautomat. Für die Geldtransporter und den Wartungsdienst fallen also einiges an Kosten an. Allerdings bekommt es die Commerzbank und sogar die Postbank hin ein ähnlich gutes Netz aufzubauen – man muss zwar etwas länger laufen, aber nicht deutlich länger. Mit Gruppierungen wie die CashGroup oder CashPool ist dieser Vorteil der Sparkassen dann auch etwas ausgemerzt, Kunden müssen zwar etwas länger nachforschen und können nicht direkt am Sparkassen-Logo erkennen dass es hier Bares gibt – aber das scheint eine eher kleine Hürde zu sein.

Bargeld ist also tatsächlich teuer – im MasterCard System sogar noch teurer – Die Bank des Kontoinhabers muss der Bank des Geldautomateninhabers eine Gebühr für die Bargeldausgabe zahlen. Nicht selten wickeln die Banken deshalb dann die Kosten auf den Kunden ab.

Online

Onlinebanking war gerne eine Ausrede vieler Banken Gebühren einführen zu müssen. Tatsächlich ist ein solcher Service, wenn er denn verlässlich, sicher und stabil sein soll nicht ganz günstig. Das Onlinebanking ist allerdings in der Regel nicht so hoch frequentiert wie die Ticket-Website des Wacken-Festivals während des Ticket-Verkaufsstarts. Die Kosten hierfür lassen sich also berechnen und unter Umständen kleiner halten. Einzig und allein bei Sicherheitslücken wäre für deren Bugfix unter Umständen eine größere Summe notwendig. Kontomodelle wie das „jeder Klick einen Cent“ Modell der Sparkasse Soest ist meines Erachtens nicht notwendig, wenn man sich mal betrachten wodurch die Banken ihr Geld denn überhaupt vermehren können.

Wodurch verdienen Banken

Erst einmal verdienen Banken durch Fondsparverträge, Riesterrenten und co. Aktiv gemanagte Fonds benötigen einen Manager dessen Meinung entscheidet wie das Geld profitbringend für die Bank sein könnte. Managergehälter sind aber nicht günstig – eine Einlage eines Kunden kann dann auch gut und gerne mal der Monatslohn des Fondmanagers sein. Mit dem Rest geht man an die Börse und versucht das bestmögliche zu tun um das Gehalt des Managers und vielleicht auch noch ein bisschen mehr herauszubekommen. Man hat den Kunden ja versprochen es sei Gewinnbringend was sie da tun – wenn dem nicht so ist, dann verliert man ja schon wieder Kunden – und das kann sich eine Sparkasse momentan auch nicht unbedingt leisten.
Selbst für Manager ist die Börse ein schwieriges Unterfangen. Daher gibt es für Manager häufig auch gerne mal Überstunden und 17-Stunden-Tage.
Diese Börsengeschichten sind trotzdem noch die Haupteinnahmequelle der Banken durch das trotz der schwierigen Landschaft augenscheinlich alles mögliche finanziert wird – Nicht ohne Grund sind diese Abteilungen häufig die größten und stärksten Abteilungen in einer Bank.

Was sollen dann noch Kontoführungsgebühren?

Der aktuelle Leitzins der EZB beträgt zumindest laut Finanzen.net exakt 0%. Die Banken können ihr Geld also noch so parken ohne Strafen dafür zahlen zu müssen. Den Leitzins auf die Kunden abwälzen zu wollen kann man also höchstens verlangen wenn voraussichtlich ist, dass dieser fallen wird. Die letzten Äußerungen der EZB sehen da aber etwas anderes vor, weil man ja erkennt was die Banken so mit ihren Kunden tun. Trotzdem gäbe es tatsächlich erst einen Grund wenn die Zinsen wirklich negativ sind. Meines Erachtens sollte der erfolgreiche Handel der Bank neben die Zinsen für Bausparverträge (die eh im Bereich von 0-1% pendeln) und die Kosten die der Geldautomatenbetrieb verursacht tragen können. Zumal gerade bei Banken auch viel Geld in Immobilien und Büromöbeln steckt, die vielleicht nicht so teuer sein müssten.

Blasen

Die Börse produziert regelmäßig Blasen (also stark gehypte Anlegemöglichkeiten) die irgendwann platzen und eine Baisse (also stark fallende Kurse in gesamten Branchen) verursachen. Momentan ist die größte Blase der Immobilien-Markt (Vorsicht: Das ist meine Vermutung – niemand kann das so genau wissen). Damit Banken auch mit ihrem Handel eine solche Blase überstehen können benötigen sie ein sehr dickes Finanzpolster. Das kommt allerdings eher von Bausparverträgen und den sonstigen aktiven Fonds während meiner Vermutung nach Mitarbeiter und Bauspar-Zinsen eher aus dem Handel einer Bank kommen.
Ohne die Blasen und deren dann doch recht heftige Wirkung kann die Börse aber nicht funktionieren und so sollten Blasen zumindest ein bisschen planbar sein – besonders für die Banken – die größten Spieler mit der besten Erfahrung an der Börse.
Das sie planbar sind mache ich daran fest, dass Banken ziemlich aktiv einzelne Anlagemöglichkeiten anwerben. Zuletzt war es „Kaufen Sie Immobilien, das wird auf ewig sicher sein. Wir können auch Kredit.“. Nun mit Niedrigzins lohnt sich Kredit nicht mehr so ganz und aus den Immobilien ist ein „Investieren Sie in ETF’s! Wir haben extra die Ordergebühren verringert.“ geworden.
Es wäre aber jetzt wildeste Spekulation zu behaupten, dass ETFs die nächste Blase erzeugen würden. Zumal niemand sicher wissen kann ob und wann, es sei denn Banken steuern dies aktiv als Verbund – und genau das kann man auch aus dem Marketing und dem Vertrieb von Banken ziemlich transparent erkennen.

Übrig gebliebene Fragen

Es ist ganz klar, dass klassische Banken höhere Kosten haben als Direktbanken. Es ist mir allerdings unverständlich warum klassische Banken den dann doch günstigeren Weg alles irgendwie Online zu verwalten nicht machen möchten. Ich muss für einige Kontoänderungen an den Schalter. Als Pendler praktisch nur mit einem Urlaubstag machbar. Aufgrund der kurzen Öffnungszeiten der Schalter (weil der Betrieb ja so teuer ist) muss ich dazu auch u.U. in Filialen die ich bis dato nicht einmal kannte. Dann ist wieder alles neu und ungewohnt, die Personen sind anders, sind vielleicht bei nicht ganz so detailliert ausformulierten Fragen nicht ganz so hinterfragend wie andere Berater, und und und. Ich meckere jetzt auf hohem Niveau, aber wenn man einen Bankbesuch ähnlich wie einen Arzttermin planen muss um z.B. in zwei Minuten am Schalter ein tägliches Bargeldlimit zu ändern läuft irgendwas falsch.
Direktbanken sind bemüht online alle Informationen zu geben die man braucht. Das schafft unter anderem auch die notwendige Transparenz und Vergleichbarkeit. Man kann Kunden sicherlich auch mit Psychotricks in Beratungen zum Sparkassen Brokerage bewegen, bis diese dann feststellen, dass die üblichen Gebühren der Sparkasse für Brokerage ungefähr das drei- bzw. vierfache der Direktbanken sind. Dann greift die Wechsel-Faulheit der Menschen und alles ist paletti – für die Bank, nicht für den Kunden.

Warum können sich klassische Banken den Verlust den sie durch das EZB-Nullzins-Geldparken laut eigenen Aussagen haben nicht durch den Handel oder durch die Börsen refinanzieren? Die Banken scheinen nicht mehr das Ziel zu haben ihren eigenen Geldbestand ohne Neukunden zu vermehren, sondern lediglich nur noch ihre Eigenkosten zu decken.

Was genau ist an einem Girokonto (z.B. der Sparkasse) so teuer wie bei Direktbanken das Versicherungsset z.B. von N26 Black? Warum können Direktbanken für das Geld eines „klassisch-Bank“-Girokontos das bieten, was man sonst nur in den höchsten Kontomodellen für gut und gerne mal 200€ im Jahr bekommt?

Bose QuietControl 30: Lautstärkeregler für die Außenwelt

Vorab sei gesagt – das hier ist mein erster vernünftiger Kontakt mit Noise Cancelling, in meinem Stamm-MediaMarkt hatte ich mal die QC25 von Bose auf und ein netter Mitarbeiter wechselte sofort die Batterie damit ich diese testen konnte. Die QC25 habe ich sofort wieder abgesetzt nachdem der Schalter fürs Noise Cancelling umgelegt war…
Ich fühle Noise Cancelling irgendwie. Sobald die QC25 unterdrückt hatten, bekam ich ein Gefühl als ob mir jemand einen Wattebausch in die Ohren geschoben hätte – außerdem verschob sich das Tonsignal so sehr, dass man schon glauben könnte Dr. Dre von den Beats hätte seinen obligatorischen Equalizer zwischen geschoben…
Ganz weg von Cancelling wollte ich aber nicht, dafür ist das Konzept dann doch zu attraktiv.

Mit den QC30 von Bose wurde dann das Noise Cancelling regelbar. Angeworben wird tatsächlich ein Lautstärkeregler für die Außenwelt, was nie so ganz stimmen kann und auch nicht stimmen wird.

Antischall

Das was die Kopfhörer letztendlich machen ist auf den ersten Blick eine recht simple Angelegenheit. Mikrofone zeichnen alles auf, was in der Umwelt so an Krach ist und senden das gleiche als invertierte Schallwelle wieder durch Lautsprecher ab. Interferenz zwischen zwei Schallwellen entsteht und beides gleicht sich mehr oder weniger stark aus und ist dann eben keine so starke Schallwelle mehr wie sie ursprünglich mal war.
Das schwierige an der ganzen Angelegenheit ist jetzt den Antischall genau so zu produzieren wie der Schall in den Mikrofonen ankam oder diesen so zu produzieren, dass er genau dem entspricht, was nach der mechanischen Schallunterdrückung der Kopfhörer noch existiert.

Gehen wir mal davon aus, der normale Geräuschpegel würde konstant einer Sinuskurve entpsrechen. Das tut er eigentlich nie, aber der Antischall dazu wäre das genaue Gegenteil.
Hier gezeigt der Schall als blaue Kurve f und der perfekte Antischall dazu als rote Kurve g. Beide Schallwellen treffen sich, Intereferenz, und beide Schallwellen ergeben addiert dann nur noch eine gerade Linie h (hier grün dargestellt).

Antischall vereinfacht dargestellt

In den seltensten Fällen funktioniert das so perfekt und vor allem kommt dann auch noch Musik vom Smartphone hinzu. Außerdem muss Bose erraten wie viel ihr von der f-Kurve (den Außengeräuschen) tatsächlich noch durch die mechanische Geräuschunterdrückung der Kopfhörer noch hört. Da das bei jedem Menschen anders ist kann Antischall meines Erachtens nie perfekt funktionieren. Ob Noise Cancelling also besser oder schlechter ist hängt immer von der Person ab die es erlebt. Ohne ähnlichen Aufwand wie mit Hörgeräten kann Noise Cancelling also keinen Idealpunkt erreichen – und selbst Hörgeräte sind nie ganz perfekt.

Das merkwürdige am Antischall

Der Antischall scheint zumindest bei mir immer mit irgendwelchen Gefühlen verbunden zu sein. Die kurz aufgesetzten Bose QC25 Kopfhörer im Markt setzten sich gefühlt ganz anders auf als sie vorher waren. Außerdem hatte ich das Gefühl mir würde permanent jemand ein ausgefranstes Wattestäbchen im Ohr drehen – was zumindest ich ziemlich unangenehm fand.

Die QC30 fühlen sich anders an. Nicht mehr so unangenehm wie die QC25 und vor allem durch die App und die Fernbedienung in Stufen einstellbar.
In der höchsten Stufe habe ich das Gefühl dass sich die Ohrstöpsel tiefer in den Gehörgang ziehen, was blöderweise meistens in den Momenten besonders stört, bei der man die Geräuschunterdrückung eigentlich braucht. Leicht heruntergeregelt ist die Unterdrückung allerdings gut und fühlt sich nicht mehr so stark an wie es auf der höchsten Stufe ist.

Wer häufig gähnt oder einmal wie zum Druckausgleich kräftig in die zugehaltene Nase pustet wird dann interessiert feststellen, dass man in dem Zustand unter Umständen den Antischall hört – ziemlich interessant in einigen Situationen.

Was kann der Bose-Antischall perfekt?

  • Straßenverkehrsgeräusche bis hin zur 50er-Zohne, so ziemlich alles bis hin zum lautesten LKW. Bis auf die LKW-Bremsen an Ampeln (Archivlink).
  • Geräusche innerhalb eines fahrenden Zuges. Die erste Klasse ist perfekt ruhig. In der zweiten Klasse sind allerdings bei besonders vollen Zügen noch Stimmen erahnbar, weil sich hier jeder versucht mit der eigenen Stimme zu übertönen. Es ist aber auch mit Mühe nicht mehr erkennbar was genau gesprochen wird.

Was kann der Bose-Antischall nicht so perfekt?

  • Gleiche 50-er Zohne, nur mit nasser Straße: Die Motorgeräusche selbst sind so gut wie weg, allerdings hört man das eher hellere Geräusch der Reifen auf der Nassen Straße weiterhin, zwar leiser als ohne Kopfhörer, aber auch durch Musik hindurch erkennbar.
  • lautere Stimmen, insbesondere spielende Kinder oder Babys die sich bei Ihrer Mutter bemerkbar machen möchten.
  • Bahnsteig-Geräusche wie z.B. ein einfahrender Zug. Allerdings ist die Musik im Gegensatz zum ausgeschalteten Antischall klarer zu hören, selbst wenn gerade ein Güterzug durchfährt. Fahrende Züge hört man weiterhin, die Gespräche am Bahnsteig oder stehende Züge sind allerdings relativ gut unterdrückt.

Was kann der Bose-Antischall nicht?

  • Fahrtwindgeräusche. Sie klingen anders, sind aber genau so störend wie sonst auch immer – und vor allem sind sie als Antischall ebenso laut wie eine beim Radfahren ans Ohr gehaltene Strandmuschel.
  • Geräusche die beim Anfassen der Ohrstöpsel entstehen bzw. Geräusche die durch eine reibende Regenjacken-Kapuze entstehen.

Alles in Allem vergleiche ich den Antischall gerne mit individuellem Gehörschutz. Besonders Gehörschutz für Musiker dämpft jede Tonlage gleichzeitig und regelmäßig ab, während die Bose Kopfhörer hier selektiv vorgehen und auch hörbar einzelne Tonhöhen unterdrücken können. Welche das sind entscheidet dann die Elektronik anhand des Mikrofonsignals.

Die App

Bose Connect
Bose Connect
Developer: Bose Corporation
Price: Free
  • Bose Connect Screenshot
  • Bose Connect Screenshot

Bose Connect
Bose Connect
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Bose meint über die App sei der Antischall stufenlos regelbar. Man hört allerdings die Stufen deutlich raus, auch wenn der Regler in der App an sich stufenlos hin und her wischbar ist. Schlussendlich sind die gleichen Stufen der Kabel-Bedienung auch in der App einstellbar.
Blöderweise sind das so ziemlich die einzigen Funktionen der App. Es gibt ebenfalls eine Funktion um die Musik von einem Smartphone auf bis zu zwei Kopfhörern gleichzeitig abspielen kann. Aufgrund des hohen Preises der Hörer wird das allerdings eher selten vorkommen, zumal der QC30 der erste Inear-Bluetooth-Kopfhörer mit Noise Cancelling von Bose ist.
Die App selbst bleibt also faktisch nur für das Firmware-Update, welches man initial einmal machen sollte. Ich schätze aber dass es relativ wenige weitere Firmware-Updates von Bose geben wird. Danach ist die App nur ein Noise-Cancelling-Regler, der die abgespielte Musik ebenfalls anzeigt.

Hear-Through

Bose vermeidet den Begriff eher (vermutlich auch wegen irgendwelchen Namensrechten anderer Hersteller), hat eine ähnliche Funktionen. Wird der Antischall auf die Hälfte heruntergeregelt klingen die Bose QC30 in etwa so als hätte man normale Kopfhörer auf. Ich habe das Gefühl, dass unter 50% Antischall-Lautstärke die Mikrofone anfangen Außengeräusche zu verstärken und dann, je nach Einstellung immer lauter werden. Ohne Antischall – also mit voller Lautstärke-Verstärkung durch die Kopfhörer – klingt die Außenwelt allerdings deutlich verstärkt. Letztendlich sehe ich darin auch Vorteile. Man hört jede einzelne Klimaanlage und Lüftung und eigene Schritte sind deutlich lauter. Es entsteht dadurch aber erst einmal ein Gefühl für die Geräusche die das menschliche Gehirn normalerweise eh schon gut rausfiltern können sollte.

Der Klang

Klanglich kann ich Noise Cancelling Kopfhörer momentan noch nicht vergleichen. Das Cancelling muss den Ton vom Konzept her verändern um Außengeräusche zu verhindern. Meinen Erfahrungen nach sind die Kopfhörer stark basslastig – vermutlich weil im Mittelton-Bereich bei meinen Verkehrswegen der meiste Antischall stattfindet. Das Internet schreit einen allerdings in vergleichbaren Tests förmlich mit Basslastigkeit von Bose an. Zum alltäglichen Hören oder besonders für Pendlerfahrten in der Bahn sind die QC30 also gut geeignet, wer Wert auf Klang legt sollte sich eher im günstigen HiFi-Bereich umsehen, die Bowers&Wilkins C5 klingen z.B. deutlich differenzierter und klarer, sind aber bzgl. Geräuschunterdrückung das komplette Gegenstück zu Bose.

Der Ton ist in etwa vergleichbar mit Kopfhörern um die 50-80€ oder den Xiaomi Piston-Kopfhörern. Den Aufpreis zahlt man also fast ausschließlich für das sagenumwobene Noise Cancelling von Bose. Man erkennt meines Erachtens auch am Klangbild dass der Hauptfokus auf dem Antischall lag.

Das Mikrofon zum Telefonieren wird von mir nicht betrachtet, da ich es nicht nutzen werde. Ich nutze die Kopfhörer nicht als Headset und das wird voraussichtlich auch so bleiben. Zur Telefonie habe ich in den Bluetooth-Einstellungen von Android einfach das Anruf-Audio ausgeschaltet.

Der Aufbau

Bluetooth-Inears müssen immer irgendwo eine Batterie haben. Meistens hängt diese dann mittig am Kabel oder ist bei modernen Kopfhörern wie denen von Anker namens „Zolo“ direkt im Hörer verbaut. Für die versprochene Laufzeit von 10 Stunden inklusive Antischall benötigt es aber weitaus mehr Strom, was den Kopfhörer nur unhandlich machen würde. Die ganze Elektronik ist bei den QuietControl in einer Art Halsband untergebracht. Das zieht insbesondere über T-Shirts und Hemden immer mal Blicke auf sich, die sich aber dann relativ schnell klären. Grundsätzlich ist das ungewöhnlich und fühlt sich als Umsteiger von Kabelgebundenem eindeutig erst einmal komisch an. Man braucht ein gewisses Maß an Vertrauen in dieses „Halsband“ um nicht ständig mit den Händen den Sitz vergewissern zu wollen.

Grundsätzlich liegt das Band aber stabil auf dem Hals und verrutscht nicht großartig. Einzig und allein beim zeitsparenden Sprint von der Bahn zur Straßenbahn verrutscht das Band so, dass man den Sitz nachjustieren muss um wieder entsprechende Kopfbewegungsfreiheit zu haben. Hier wären eventuell längere Kabel und Mechanismen wie bei den LG Tone Infinim Kopfhörern sinnvoll. Dank der Mikrofone in den Kopfhörern sind die Kabel allerdings entsprechend dick, weshalb ein Einzieh-Mechanismus nur den Verschleiß befördern würde.

Unter der Jacke kann der Bügel allerdings verschwinden ohne zu verrutschen.

Die Fernbedienung am Kabel ist besser als andere vergleichbare. Sie ist höher als bei vielen anderen Headsets und auch aus dem Augenwinkel nicht mehr zu erkennen, allerdings sind die Tasten deutlich fühlbar und unterscheidbar, was eine Blindbedienung ohne viel Übung ermöglicht.

Die Ohrteile selbst sind unerwartet groß, müssen dies aber dank der Mikrofone auch sein. Durch die Silikonteile, die man laut Anleitung eher in den Gehörgang hineindrehen anstelle von -stecken soll, sitzt aber alles fest und fühlt sich bis auf die Nebeneffekte durch den Antischall auch auf längere Zeit angenehm an.

Fazit

Als aktuellstes Modell von Bose scheinen die QC30 eindeutig aufs Noise Cancelling ausgelegt worden zu sein. In der Klangqualität sollte man nicht allzu hohe Ansprüche stellen, was im Preisbereich von aktuell ca. 200€ bis 230€ sicherlich für viele nicht ganz einfach sein wird. Hier sollte man bedenken dass man das Topmodell des Marktführers im Noise Cancelling kauft und eher den Zweck anstelle den Ton betrachten. Nichtsdestotrotz klingen die Kopfhörer vergleichbar gut, können aber mit u.U. günstigeren High-End Inears von Shure oder Bowers & Wilkins nicht mithalten.
Laut Preisverlauf scheint ein Preisfall allerdings jedes Jahr einmal stattzufinden. Wer also geduldig ist und seine Vorfreude lange hinauszögern kann, kann hier warten.
Für das gute Noise Cancelling, welches einem etwa gleich bepreisten individuellem Gehörschutz in nichts nachsteht sind die 200€ allerdings gut investiert.